Kalenderblatt Freitag 5.7.19

Kalenderblatt Freitag, 5. Juli 2019

getraenke-0047.gif von 123gif.deZitat des Tages: „Ein halbleeres Glas Wein ist zwar zugleich ein halbvolles; aber eine halbe Lüge mitnichten die halbe Wahrheit.“ Jean Cocteau (1889-1963)

5.7.1997: Che Guevara: Identifizierung nach 30 Jahren

Die sterblichen Überreste eines unter der Startbahn des bolivianischen Flugplatzes Vallegrande aufgefundenen Unbekannten werden heute von kubanischen und argentinischen Gerichtsmedizinern einhellig als die Gebeine des vor 30 Jahre getöteten Revolutionshelden Ernesto „Che“ Guevara identifiziert. Der Nationalheld und Mitstreiter Fidel Castros war im Oktober 1967 vom Militär in den Anden Boliviens erschossen worden.

Mehr Details:

Aus Angst, ein Grab „Che“ Guevaras würde zur Pilgerstätte von Revolutionären aus ganz Südamerika werden, hatten die bolivianischen Behörden darauf verzichtet, dem erschossenen Rebellen ein ordentliches Begräbnis zu geben; lieber hatten sie seinen Leichnam in der Hoffnung verscharrt, dass dieser für immer und ewig unauffindbar bliebe. Der Wallfahrtsort, an den nun seine Anhänger pilgern, heißt Santa Clara: In dieser kubanischen Stadt wird der gebürtige Argentinier mit kubanischer Staatsangehörigkeit, Ernesto Guevara de la Serna, besser bekannt als „Che“, am 17.10. des gleichen Jahres feierlich zur letzten Ruhe gebettet.

Bereits zu Lebzeiten wurde der einstige Weggefährte Fidel Castros von der linken Szene Europas und Amerikas wie ein Held und nach dessen Ableben wie ein Märtyrer verehrt. Das berühmte Poster des Fotografen Alberto Korda („Viva Che“), das den bärtigen Revolutionär mit Baskenmütze zeigt, dürfte in den 60ern als Poster in unzähligen Studentenbuden gehangen und T-Shirts geschmückt haben. Seine Revolutionsabenteuer, denen außer in Kuba sonst nirgendwo Erfolg beschieden war, ließen „Che“ nach seiner Ermordung zum Mythos werden. Nach einer gescheiterten Aktion im Kongo hatte es den Rebellen im November 1966 nach Bolivien gezogen, um dort eine Guerilla-Organisation aufzubauen. Vermutlich durch den Verrat eines Bauern an eine Militärpatrouille kam es zu einem Schusswechsel zwischen Rebellen und Regierungstruppen in einer Schlucht nahe Higueras, bei dem „Che“ festgenommen und anschließend erschossen worden war.

Ernesto Guevara, ältestes von fünf Kindern eines Aristokraten-Ehepaares, kam am 14. Juni 1928 im argentinischen Rosario zur Welt. Das Ingenieurstudium an der Universität von Buenos Aires brach der 18-Jährige ab und wechselte zum Studienfach Medizin über, das er mit einer Promotion abschloss. Den reisefreudigen Arzt zog es immer wieder ins Ausland, wo er erstmals in Guatemala mit der Revolution in Berührung kam. 1955 kam es zur entscheidenden Begegnung mit dem Oppositionsführer und kubanischen Anwalt Fidel Castro. Von da an bestimmten das Unternehmen „Kuba“ und die Revolution sein Leben – und seinen Tod.

Gedenktage:

1990: Beim NATO-Gipfeltreffen in London wird der in den 60er-Jahren begonnene „Kalte Krieg“ für beendet erklärt. Nahezu alle Regierungsoberhäupter stimmen darin überein, dass die Länder Osteuropas inzwischen den Status als Partner und Freunde erlangt hätten.

1943: Operation „Zitadelle“: Unter diesem Decknamen bäumt sich die deutsche Wehrmacht an der Ostfront ein letztes Mal auf, um die sowjetischen Truppen einzukesseln. Gegen den zahlenmäßig überlegenen Gegner, über eine Million Rotarmisten, können die 900.000 deutschen Soldaten nichts ausrichten. Massive Verluste veranlassen Hitler, die aussichtslose Aktion eine Woche nach Beginn abzubrechen.

1926: Ab sofort kann der Gipfel der Zugspitze von der österreichischen Seite aus mit einer Seilschwebebahn erreicht werden. Die österreichische Zugspitzbahn, die zwischen Ehrwald und der in 2.805 m Höhe gelegenen Station Zugspitzkamm verkehrt, erhält vier Jahre später Konkurrenz von einer deutschen Zahnradbahn, die Touristen vom Eibsee zum Schneefernerhaus befördert.

1919: Um die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber den Arbeitgebern einheitlich vertreten zu können, schließen sich die über 50 verschiedenen Arbeitnehmerverbände zum Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund zusammen.

1900: Für die schnellste Überquerung des Atlantiks wird der Kapitän der „Deutschland“, des derzeit größten deutschen Passagierschiffes, mit dem begehrten „Blauen Band“ ausgezeichnet. Erst im Januar war der luxuriöse Ozeanriese der Schifffahrtslinie Hapag in Bremen vom Stapel gelaufen.

Geburtstage:

1932: Gyula Horn; ungarischer Politiker. Der Reformer bewies 1989 als Außenminister Mut, als er die Westgrenze Ungarns öffnete und Tausende von DDR-Bürgern nach Österreich ausreisen ließ. Die Sozialistische Partei führte er 1994 zum Wahlsieg, er selbst wurde Ministerpräsident einer sozialliberalen Koalition (bis 1998).

1911: Georges Pompidou († 2.4.1974); französischer Politiker. Der 1962 von Staatspräsident Charles de Gaulle zum Ministerpräsidenten berufene ehemalige Bankdirektor leitete als dessen Nachfolger (1969 wurde er Präsident der Republik) einen „modernisierten Gaullismus“ ein, der eine Verbesserung der Beziehungen zu den USA bedeutete.

1889: Jean Cocteau († 11.10.1963); französischer Schriftsteller, Maler und Filmregisseur, der gerne provozierte. Seine öffentlich zur Schau gestellte Homosexualität und sein Bekenntnis zum Drogenkonsum änderten allerdings nichts an der Einschätzung der Kritiker, dass er einer der vielseitigsten und anregendsten Künstler seiner Zeit war. (Romane: „Kinder der Nacht“, „Orpheus“).

1857: Clara Zetkin († 20.6.1933); deutsche Politikerin. Die überzeugte Kommunistin wirkte von 1922 bis 1933 für ihre Partei KPD im Reichstag; gemeinsam mit Rosa Luxemburg vertrat sie die These, dass die Gleichberechtigung der Frau untrennbar mit der proletarischen Revolution verbunden sei.

1853: Cecile John Rhodes († 26.3.1902); britisch-südafrikanischer Politiker. Der gebürtige Brite und Namensgeber der ehemaligen britischen Kapkolonie Rhodesien schuf sich bereits in jungen Jahren mit Diamanthandel in Südafrika ein Vermögen, bevor er in der Politik tätig wurde: zunächst als Finanzminister, dann als Premierminister (1890-96) Rhodesiens.

Copyright Rosmarie Elsner

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