Kalenderblatt Freitag 7.6.19

Kalenderblatt Freitag 7. Juni 2019

Zitat des Tages: „Die nicht zivilisierte, unverdorbene Welt ist das beste Verjüngungsmittel.“ Paul Gauguin (1848-1903)

schiffe-0066.gif von 123gif.de7.6.1905: Stapellauf der „Lusitania“

Im schottischen Clydebank läuft heute unter dem Jubel unzähliger Zuschauer der britische Passagierdampfer „Lusitania“ vom Stapel. Das größte, schönste und schnellste Schiff der Welt gilt mit seinen 34 wasserdichten Schotten als ebenso unsinkbar wie die fünf Jahre später gebaute „Titanic“. Niemand ahnt an diesem Tag, dass der Luxusliner ein Jahrzehnt später den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg mit beeinflussen würde.

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Tausende von Schaulustigen waren zur Werft John Brown gekommen, um dem Stapellauf des 240 m langen Ozeanriesen (31.550 BRT) beizuwohnen. Das zur britischen Cunard-Linie gehörende Passagierschiff, das mit einer Motorenleistung von 68.000 PS und einer Geschwindigkeit von 25 Knoten als schnellster Dampfer der Welt gilt, soll auf der Strecke zwischen England und den Vereinigten Staaten den Linienverkehr aufnehmen. Um den Bau der „Lusitania“ realisieren zu können, hatte die britische Regierung die Reederei mit beträchtlichen Mitteln aus der Staatskasse unterstützt. Im Gegenzug sollte die Konstruktion des Schiffes so beschaffen sein, dass es im Kriegsfall als Hilfskreuzer zur Beförderung von Kriegsmaterial zum Einsatz kommen könnte.

Im Herbst 1907 ging der Luxusdampfer auf Jungfernfahrt nach Übersee, wo er unter dem Jubel der Bevölkerung im Hafen von New York einlief. Als mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs der Ernstfall eintrat, verkehrte der Ozeanriese trotz des enormen Risikos durch feindliche Unterseeboote auch weiterhin nach Fahrplan. Mit Jahresbeginn 1915 herrschte der uneingeschränkte U-Boot-Krieg; die britischen Gewässer wurden zum Kriegsgebiet erklärt, und das Deutsche Reich hatte allen darin kreuzenden Schiffen die Versenkung ohne Vorwarnung angedroht. Den Kapitän der „Lusitania“ beunruhigte der Gedanke an die Gefahr durch U-Boote nicht, seiner Meinung nach war ein Abschuss schon wegen der Geschwindigkeit des Schiffes völlig ausgeschlossen.

Am Mittag des 7. Mai 1915 wurde die „Lusitania“ auf der Rückfahrt von New York nach Liverpool vor der irischen Küste dennoch von einem deutschen U-Boot versenkt. Der torpedierte Passagierdampfer sank binnen nur 20 Minuten. 1.198 Passagiere, darunter 118 US-Bürger, kamen bei dem Unglück ums Leben. Für die Vereinigten Staaten unter Präsident Wilson war dieser Vorfall mit ein Grund für den späteren Kriegseintritt.

Viele Umstände dieses Unglücks sind bis heute ungeklärt, unter anderem warum der deutsche Kommandant Walther Schwieger ein unbewaffnetes Passagierschiff angriff, aber auch weshalb der Kapitän der „Lusitania“ an jenem Tag sowohl die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit als auch den angeordneten Zickzackkurs außer Acht ließ.

Gedenktage:

1988: Die Übertragungsrechte der deutschen Fußball-Bundesliga gehen nach über 25-jährigem Monopol der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten für 135 Mio. Mark an den Kölner Privatsender RTL über.

1973: Historische Stunde. Erstmals trifft ein deutsches Regierungsoberhaupt zu einem Staatsbesuch in Israel ein. In den Gesprächen mit Ministerpräsidentin Golda Meir bringt Bundeskanzler Willy Brandt zum Ausdruck, dass die Beziehungen zwischen den beiden Staaten immer von der NS-Vergangenheit überschattet sein werden.

1958: In Dießen am Ammersee wird das erste deutsche SOS-Kinderdorf seiner Bestimmung übergeben. 150 verwaiste Kinder und Jugendliche sollen dort ein neues Zuhause finden.

1942: Krieg im Pazifik. Im erbitterten Kampf um die Midway-Inseln, der zu Wasser und in der Luft ausgetragen wird, unterliegen die japanischen Streitkräfte den US-Truppen. Das Atoll im pazifischen Ozean fungierte bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs als Zwischenlandeplatz für den Transpazifik-Verkehr.

1905: Auf Initiative von einigen Dresdner Kunst- und Architekturstudenten, darunter Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel, wird die Künstlervereinigung „Die Brücke“ ins Leben gerufen. Der Künstlerbund steht im Zeichen expressionistischer Malerei mit realitätsnaher Prägung.

Geburtstage:

1958: Prince, eigentlich P. Rogers Nelson; millionenschwerer US-amerikanischer Sänger, Songschreiber, Plattenproduzent und mitunter auch Schauspieler. Das farbige Multitalent, das häufig seinen Namen wechselt und dem man u.a. Liebesaffären mit Sheena Easton und Kim Basinger nachsagt, wurde mit dem Song „Purple Rain“ weltweit bekannt.

1940: Tom Jones, eigentlich Thomas Jones Woodward; britischer Sänger, der sich nach Fieldings gleichnamiger Romanfigur benannte. Der „Tiger“, der schon in den 1960ern mit kraftvoller Stimme, erotischer Ausstrahlung und rhythmischen Songs („She’s A Lady“, „Sexbomb“) das schwache Geschlecht in aller Welt betörte, ist seit geraumer Zeit und unverminderter Körperpräsenz wieder zurück im Musikgeschehen.

1896: Robert Sanderson Mulliken († 31.10.1986); US-amerikanischer Chemiker und Physiker. In seiner Orbitaltheorie widerlegte der Chemienobelpreisträger von 1966 die Auffassung, dass Elektronen sich in festen Bahnen um den Atomkern bewegen. Vielmehr könne ihr wahrscheinlicher Aufenthaltsort mit schalenförmigen Wolken beschrieben werden.

1848: Paul Gauguin († 8.5.1903); französischer Maler. Der ehemalige Bankangestellte und Autodidakt lebte von 1895 bis zu seinem Tod in der Südsee, wovon seine Bilder (u.a. „Tahitische Frauen“, 1897) unschwer zeugen. Seine flächige Malweise verzichtet auf eine realistische Darstellung der Natur und ordnet Farben und Formen dem künstlerischen Willen unter.

1824: Bernhard Aloys von Gudden († 13.6.1886); deutscher Psychiater und Leiter diverser Nervenheilanstalten. Sein ärztliches Gutachten führte nicht nur zur Entmündigung des bayerischen Königs Ludwig II., sondern löste eine fatale Kette von Umständen aus, die zu seinem eigenen Tod und dem Ludwigs II. im Starnberger See führen sollten.

Copyright Rosmarie Elsner

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