Kalenderblatt Donnerstag 6.6.19

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Zitat des Tages: „Ironie heißt fast immer, aus einer Not eine Überlegenheit machen.“ Thomas Mann (1875-1955)

6.6.1944: D-Day: Invasion in der Normandie

Unter dem Namen „Overlord“ beginnt in den Morgenstunden des 6. Juni 1944 die Invasion der Alliierten vor der französischen Küste. Bei der gewaltigen Landeoperation in der Normandie, die unter dem Oberbefehl von US-General Eisenhower steht, sind 150.000 Soldaten, über 6.000 Schiffe und rund 14.500 Jagdbomber im Einsatz. Bis zuletzt war unklar, wann und wo die Landung erfolgen würde.

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Der „Tag X“, auf den sich die Verbündeten seit 1943 bestens vorbereitet hatten, war von Oberbefehlshaber Eisenhower auf den 6. Juni festgelegt worden – ein mutiger Entschluss, denn tagelang waren die Wetterverhältnisse so ungünstig, dass eine Landung aussichtslos erschien. Nicht einmal Winston Churchill war vom Erfolg der Aktion überzeugt. Mehrmals soll er im Vorfeld zu Eisenhower gesagt haben: „Herr General, wenn Sie bis zum kommenden Winter mit Ihren 36 alliierten Divisionen auf dem Kontinent Fuß gefasst und Cherbourg und die Bretagne in der Hand haben, dann will ich der Welt verkünden, dass diese Operation eine der erfolgreichsten des Krieges ist.“

Bei einsetzender Ebbe beginnt die erste Angriffswelle: Britische, kanadische und amerikanische Soldaten fahren in Landungsbooten auf die Streckenabschnitte mit den Bezeichnungen „Utah“, „Omaha“, „Gold“, „Juno“ und „Sword“ zu – und werden vom Kugelhagel der deutschen Küstenverteidigung in Empfang genommen. Am schlimmsten betroffen ist die US-Armee, die sich den an der Steilküste gelegenen Abschnitt „Omaha“ vorgenommen hat. Tausende sterben, noch bevor sie das Ufer erreicht haben. (Das Landungsmanöver der Amerikaner wurde in Steven Spielbergs Film „Der Soldat James Ryan“ beängstigend wirklichkeitstreu dargestellt.) Trotz des feindlichen Beschusses, der rauen See und der einsetzenden Flut glückt die Operation; das Unternehmen wird auch dadurch begünstigt, dass Erwin Rommel, der Leiter der deutschen Heeresgruppe, nicht vor Ort ist und andere Oberbefehlshaber wie Gerd von Rundstedt die Aktion für ein Ablenkungsmanöver halten. Die deutschen Gegenangriffe verzögerten sich überdies, weil Hitler in Berchtesgaden angeblich den Befehl erteilt hatte, nicht geweckt zu werden.

Nach der erfolgten Landung bilden die Alliierten mehrere Brückenköpfe, mit denen sie ins Landesinnere vorstoßen. Zuvor sprach General Eisenhower im Rundfunk zum französischen Volk: „Stiff fighting will come now, but after this the victory.“ Sechs Tage nach dem so genannten D-Day (dieser Code bezeichnet den ersten Tag einer Militäraktion) haben bereits 326.547 Soldaten auf dem europäischen Festland Fuß gefasst. Die Wende des Zweiten Weltkriegs rückt damit in Sichtweite.

Gedenktage:

1987: Die Sensation ist perfekt, als die 17-jährige Brühler Tennisspielerin Steffi Graf bei den Internationalen Französischen Meisterschaften in Paris ihre Gegnerin Martina Navratilova besiegt und sich den ersten Grand-Slam-Titel holt. Verliererin Martina triumphiert dafür einen Monat später in Wimbledon.

1961: Durch einen zwischen den Ministerpräsidenten der Bundesländer geschlossenen Rundfunkstaatsvertrag wird das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) mit Sitz in Mainz ins Leben gerufen; den offiziellen Sendebetrieb wird die öffentlich-rechtliche Anstalt erst im April 1963 aufnehmen.

1951: In Berlin finden die ersten Filmfestspiele statt. Die Preisträger werden für ihre Verdienste mit dem „Goldenen Bären“ ausgezeichnet: Zu der aus den USA am Flughafen Tempelhof eingetroffenen Prominenz gehört auch Regisseur Alfred Hitchcock, der die „Berlinale“ mit seinem Thriller „Rebecca“ eröffnet.

1946: Der deutsche Bühnendichter Gerhard Hauptmann verstirbt im Alter von 83 Jahren in Agnetendorf im Riesengebirge. Sein Leichnam wird auf der Insel Hiddensee, wo der Künstler auch ein Haus bewohnte, beigesetzt.

1842: Die im Januar 1820 verhängte Turnsperre wird von Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. höchstpersönlich wieder aufgehoben. Auf Schloss Sanssouci setzt er seine Unterschrift unter einen Erlass, der Leibesübungen als notwendigen und unentbehrlichen Bestandteil der männlichen Erziehung förmlich anerkennt.

Geburtstage:

1956: Björn Borg; schwedischer Tennisspieler, der sich in den 70er-Jahren unvergessliche Duelle mit Jimmy Connors und John McEnroe auf dem Centre Court in Wimbledon lieferte. Fünfmal ging der langmähnige Frauenschwarm als Finalsieger vom Platz, zudem gewann er sechs Mal die French Open. Seine Markenzeichen waren das obligatorische Stirnband und ein überragendes Spiel von der Grundlinie.

1935: Dalai Lama („Ozean des Wissens“), eigentlich Tenzin Gyatso; tibetischer Priesterfürst und Friedensnobelpreisträger (1989). Der 14. Dalai Lama wurde 1940 als Fünfjähriger inthronisiert, seit 1959 befindet er sich im Exil in Indien; von dort aus tritt er für den gewaltlosen Widerstand gegen die chinesische Herrschaft in Tibet ein – ein Thema, das gerade in diesen Tagen durch die Olympischen Sommerspiele in Peking eine neue Brisanz erlangt hat.

1869: Siegfried Wagner († 4.8.1930); deutscher Dirigent, Regisseur und Komponist. Der einzige Sohn Richard Wagners (aus seiner Ehe mit Cosima) übernahm nach dem Tod seiner Eltern die künstlerische Oberleitung über die Bayreuther Festspiele. Ehefrau Winifred trat nach seinem Tod die Nachfolge an.

1875: Thomas Mann († 12.8.1955); deutscher Schriftsteller. Seine Romane, allen voran „Buddenbrooks“ (1901) und „Zauberberg“ (1924), verschafften ihm Weltruhm und Anerkennung als größter deutschsprachiger Autor des 20. Jahrhunderts. 1929 wurde sein literarisches Schaffen mit der Verleihung des Nobelpreises gewürdigt.

1799: Alexander Puschkin († 10.2.1837); bedeutendster russischer Dichter seiner Zeit. Zu den größten literarischen Werken des Künstlers, der bei einem Duell um die Wiederherstellung der Familienehre ums Leben kam, gehören die Werke „Boris Godunow“ und „Eugen Onegin“.

Copyright Rosmarie Elsner

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