Kalenderblatt Sonntag 17.3.19

Kalenderblatt Sonntag 17. März 2019

planeten-0225.gif von 123gif.de Download & GrußkartenversandZitat des Tages: „Was 2000 Jahre lang überhört wurde, ist deswegen keinesfalls aus der Zeit.“ Siegfried Lenz (1926)

17.3.1959: Dalai Lama: Abenteuerliche Flucht aus dem Tibet

Der XIV. Dalai Lama, das geistige und weltliche Oberhaupt der Tibeter, flüchtet am 17. März 1959 aus Lhasa, der seit 1950 von China besetzten Hauptstadt des Himalaja-Staats Tibet. Seine abenteuerliche, fast drei Wochen dauernde Flucht vor den Truppen Mao Tse-tungs führt ihn ins Nachbarland Indien, das dem 23-jährigen Würdenträger seither Asyl gewährt.

Mehr Details:

Die Forderung nach Unabhängigkeit hatte in dem seit 1950 von der Volksrepublik China besetzten kleinen Land im Himalaja bereits eine Woche zuvor zu blutigen Unruhen geführt. Seinen Höhepunkt erreichte der Volksaufstand während der Feierlichkeiten zum tibetanischen Neujahrsfest. Gegen den zahlenmäßig überlegeneren Gegner China, der darüber hinaus mit weit mehr und besseren Waffen ausgerüstet war, hatten die aufständischen Tibeter nicht die geringste Chance. Bei den schweren Kämpfen, die sich auch auf das umliegende Bergland ausbreiteten, sollen rund zweitausend Bewohner ums Leben gekommen sein.

Auch die in Lhasa lebenden Mönche griffen zu den Waffen, um ihr im Potala-Palast in Lhasa residierendes Oberhaupt zu beschützen. Die feindlichen Truppen machten auch vor dem Sitz des Dalai Lama (Dalai = „Ozean des Wissens“, Lama = „Lenker, Führer“) nicht halt. Dem 23-jährigen Träger des höchsten Priesteramtes, der nach dem Tod seines Vorgängers als Fünfjähriger inthronisiert wurde, gelang unerkannt die Flucht aus dem unter Beschuss stehenden Norbulingka-Palast, in dem er zu diesem Zeitpunkt weilte. Auf abenteuerlichen Wegen, über das Gebirge, in Verkleidung, zu Pferd und zu Fuß sowie später mit Hilfe von Booten, konnten er und weitere Flüchtlinge nach entbehrungsreichen 18 Tagen den chinesischen Häschern entkommen und das Nachbarland Indien erreichen. Dort wurde seine Heiligkeit von Staatsoberhaupt Pandit Nehru empfangen, der den Flüchtenden Gastfreundschaft gewährte und ihnen gestattete, vom Exil aus die Regierung weiterzuführen. Von dort kämpft der XIV. Dalai Lama seither unermüdlich für die Freiheit und Unabhängigkeit seines Landes und dessen Bewohner am „Dach der Welt“. Für seine Bemühungen um den Frieden wurde er 1989 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

In Assam besuchte ihn auch der Österreicher Heinrich Harrer, der in den sieben Jahren, die er gemeinsam mit seinem Gefährten Peter Aufschnaiter als einziger Europäer in der tibetanischen Hauptstadt verbringen durfte, die Freundschaft des charismatischen Würdenträgers gewann. Dem Kärnter Bergsteiger und Forschungsreisenden, der am gleichen Tag (6. Juli) wie der Dalai Lama geboren wurde (gestorben am 7. Jan. 2006), wurde auch die Ehre zuteil, dass dieser 1992 in seinem Heimatort Hüttenberg das Heinrich-Harrer-Museum einweihte.

Gedenktage:

1992: In einem Referendum stimmen 68,7 Prozent der weißen Wähler in Südafrika für die Abschaffung der Apartheid und entscheiden sich damit für die Reformpolitik des amtierenden Präsidenten Frederik Willem de Klerk.

1986: Der erfolgreiche Elektronikpionier Heinz Nixdorf stirbt im Alter von 60 Jahren auf der Computermesse CeBIT in Hannover. Sein IT-Unternehmen wird vier Jahre nach seinem Tod im Siemens-Konzern, als Siemens Nixdorf Informationssysteme AG, aufgehen.

1959: Der Sender Radio Luxemburg vergibt erstmals seine „Goldenen Löwen“. Zu den Interpreten, die für den besten Schlager des Jahres ausgezeichnet werden, gehören Fred Bertelmann, „Elvis-Verschnitt“ Peter Kraus und die 15-jährige Berliner Göre Conny (Froboess).

1920: Der so genannte „Kapp-Putsch“, mit dem der Gründer der rechtsradikalen Deutschen Vaterlandspartei Wolfgang Kapp gemeinsam mit Gesinnungsgenossen versucht hatte, die Regierung der jungen Weimarer Republik zu stürzen, bricht endgültig zusammen.

1905: Ein noch unbekannter Physiker, angestellt beim Patentamt in Bern, veröffentlicht unter seinem Datum eine Arbeit zur Lichtquantentheorie. Albert Einstein, so der Name des Patentprüfers, wird 1921 für diese Arbeit, nicht für seine berühmte Relativitätstheorie, mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet werden.

Geburtstage:

1951: Kurt Russell; US-amerikanischer Schauspieler. Man kennt ihn vorwiegend als coolen Action-Helden, u.a. aus dem Sciencefiction-Streifen „Stargate“ von Oscar-Preisträger Roland Emmerich oder aus John Carpenters Thriller „Flucht aus L.A.“. Seit 1984 ist der Akteur, der sich seine ersten Sporen als Hilfssheriff in der TV-Serie „Bonanza“ verdiente, mit Hollywoodstar Goldie Hawn verheiratet.

1938: Rudolf Nurejew († 6.1.1993); sowjetischer Balletttänzer und Choreograph. Gemeinsam mit seiner englischen Partnerin Margot Fonteyn glänzte der begnadete Tänzer in den 60ern und 70ern in klassischen Ballettrollen, darunter „Giselle“, „Romeo und Julia“ und „Schwanensee“.

1926: Siegfried Lenz; deutscher Schriftsteller. Der gebürtige Ostpreuße, der zu Deutschlands bedeutendsten Autoren zählt, verfasste mit der Erzählung „So zärtlich war Suleyken“ (1955) und dem Roman „Deutschstunde“ (1968) zwei anspruchsvolle Werke, die in 19 Sprachen übersetzt wurden und Leser wie Kritiker gleichermaßen überzeugten.

1917: Nat King Cole († 15.2.1965); US-amerikanischer Sänger und Pianist. Mit populären Songs („Ramblin‘ Rose“, „Those Lazy-Hazy-Crazy Days of Summer“) begeisterte der Farbige Zuhörer in der ganzen Welt. Auch Tochter Natalie trat in die Fußstapfen ihres berühmten Vaters, mit dem sie übrigens dank Technik (posthum) auf einem Video-Clip mit dem Duett („Unforgettable“) zu sehen war.

1834: Gottlieb Daimler († 6.3.1900), eigentlich G. Däumler; deutscher Ingenieur. Viele Errungenschaften der Technik, meist im Gespann mit seinem Kollegen Wilhelm Maybach, gehen auf sein Konto. Die beiden brachten u.a. den Otto-Motor zur Serienreife, bauten das weltweit erste Motorrad, rüsteten die Gondel eines Ballons mit Motor aus, erhielten 1883 das Patent für ihren Viertakt-Benzinmotor und entwickelten einen Rennmotor für den Mercedes.

Copyright Rosmarie Elsner

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