Kalenderblatt Samstag 5.1.19

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eisenbahn-0001.gif von 123gif.deZitat des Tages: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen.“ Konrad Adenauer (1876-1967)

5.1.1769: James Watt: „Watt dampft denn da…?“

Ein schottischer Mechaniker namens James Watt erhält am 5. Januar 1769 unter der Nummer 913 ein Patent auf seine Erfindung, die er „Dampfmaschine“ nennt. Die neue Maschine soll alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen, soll laut Patentschrift „alle Feuermaschinen ihrer Zeit an Leistung und Sparsamkeit übertreffen“. Der 32-jährige Watt hatte nicht übertrieben: Die Dampfmaschine, auf der unsere heutige Antriebstechnik basiert, wurde zur bahnbrechenden Erfindung des Jahrhunderts.

Mehr Details:

Wie so oft im Leben, kam auch dieser revolutionären Erfindung der Zufall zu Hilfe. Ein Universitätsprofessor in Glasgow wollte im Winter 1763 seinen Studenten das Modell einer käuflich erworbenen atmosphärischen Dampfmaschine demonstrieren, wie sie zu dieser Zeit u.a. als Bergwerkspumpe eingesetzt wurde. Weil das Gerät nicht funktionieren wollte, schickte er es zur Reparatur nach London. Aber auch der beste Konstrukteur war nicht in der Lage, die verflixte Maschine in Gang zu bringen, und der Erfinder, ein gewisser Thomas Newcomen, war zwischenzeitlich verschieden.

Im Universitätsinstitut gab es einen jungen Mechaniker der Kategorie „Bastler und Tüftler“, der von dem Missgeschick hörte und sich bereit erklärte, das Gerät zu reparieren. Der junge Schotte James Watt hatte weder studiert noch verfügte er über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Beim Zerlegen der Maschine in ihre Einzelteile fand er bald heraus, dass es sich um eine Fehlkonstruktion handelte und dass der Erfinder den falschen Weg eingeschlagen hatte, um die Dampfkraft herbeizuführen. Der talentierte Tüftler beschaffte sich wissenschaftliche Bücher, um Schritt für Schritt den Weg des Wasserdampfs und den technischen Verlauf der Bauteile zu analysieren und nachzuvollziehen. Nach zahlreichen Experimenten und Veränderungen der Schwachstellen gelang es ihm tatsächlich, das Gerät mittels Dampf in Bewegung zu setzen.

Bei seinen Versuchen kam Watt zu der Überzeugung, dass eine funktionierende Dampfmaschine ganz anders konstruiert werden müsse als das Modell des Erfinders Newcomen. Und da niemand, schon gar nicht die Wissenschaftler der Universität Glasgow, dem unbedeutenden schottischen Mechaniker diese bloße Theorie abgenommen hätten, beschloss er, auf der Grundlage seiner eigenen Erkenntnisse eine Maschine zu bauen. Das stolze Ergebnis, die erste funktionierende Dampfmaschine, wurde sechs Jahre später patentiert und ist heute im originalgetreuen Nachbau im Deutschen Museum in München zu besichtigen.

Bis sich die Erfindung jedoch von ihrer Gewinn bringenden Seite zeigte, sollten noch viele Jahre vergehen. Zunächst ließ sich die „Teufelsmaschine“ nicht finanzieren, weil Watts Geldgeber bankrott gingen. Erst 1774/74 – und mit einigen technischen Verbesserungen – wendete sich das Blatt für den hochbegabten, aber anfangs glücklosen Erfinder, der im Jahr 1773 den Ausspruch tat: „Es gibt im Leben nichts Törichteres als das Erfinden.“

Gedenktage:

1998: Das Highlight der Automobilausstellung in Detroit ist der „New Beetle“, Nachfolger des legendären VW-Käfers. Während der Wagen in den USA rasch zum Kult-Car avanciert, bleiben hierzulande die erhofften Verkaufszahlen wegen des stattlichen Preises von circa 35.000 Mark aus.

1956: Die ersten 50 italienischen Gastarbeiter treffen in Siersdorf am Niederrhein ein. Ein im Dezember 1955 in Rom geschlossener Anwerbevertrag sieht vor, bis zu 100.000 Arbeitskräfte aus Italien ein Jahr lang in Deutschland zu beschäftigen.

1953: „Warten auf Godot“, das Vier-Personen-Stück aus der Feder des irischen Schriftstellers Samuel Beckett, feiert im Pariser „Théâtre de Babylone“ Premiere. Die Reaktion der Zuschauer auf das modern-absurde Theaterstück reicht von Jubel über Verblüffung bis hin zur Ablehnung.

1875: Das vom Architekten Charles Garnier erbaute Pariser Opernhaus wird nach 13-jähriger Bauzeit eröffnet. Der neubarocke Prachtbau in der Seinemetropole kann bis zu 2.100 Besucher aufnehmen.

1840: Ein Edikt des chinesischen Kaisers Hsüan-tsung zwingt die Engländer dazu, ihre Opiumvorräte in Kanton zu vernichten und China zu verlassen. Diese Maßnahme führt zum britisch-chinesischen Opiumkrieg, der erst im Frieden von Nanking im September 1942 ein Ende finden wird.

Geburtstage:

1974: Sasha, eigentlich Sascha Schmitz; deutscher Sänger, um den es in der letzten Zeit etwas still geworden ist. In nur kurzen Abständen gelang dem in Soest geborenen sympathischen Shootingstar mehrfach der Sprung in die Charts, darunter mit „Believe“ und dem WM-Song „This Is My Time“.

1946: Diane Keaton; US-amerikanische Schauspielerin. Die einstige Lebensgefährtin von Woody Allen trat auch in vielen seiner Filme auf, darunter „Mach’s noch mal Sam“ und „Manhattan“. Für ihre Rolle in „Der Stadtneurotiker“ erhielt sie 1977 den begehrten Oscar. Zu sehen war sie auch im „Club der Teufelinnen“ (1996) und an der Seite von Jack Nicholson in der US-Komödie „Was das Herz begehrt“.

1932: Umberto Eco; italienischer Sprachwissenschaftler und Schriftsteller, dessen Spezialität anspruchsvolle historische Romane sind. Mit seinen Werken „Der Name der Rose“ (1986 erfolgreich verfilmt), „Das Foucaultsche Pendel“ und „Baudolino“ gelangen dem an der Universität Bologna lehrenden Professor für Semiotik gleich drei internationale Bestseller.

1921: Friedrich Dürrenmatt († 14.12.1990); schweizerischer Schriftsteller. Er zählt zum Kreis der bedeutendsten Dramatiker der Gegenwartsliteratur und schrieb zahlreiche Erzählungen, Essays und Hörspiele. Bekannte Werke sind „Der Besuch der alten Dame“ (1956) und „Die Physiker“ (1962).

1876: Konrad Adenauer († 19.4.1967); deutscher Politiker (CDU), Jurist, Oberbürgermeister von Köln und erster Bundeskanzler Deutschlands (1949-63), letzteres ein Amt, das er im Alter von 73 Jahren antrat. Der leidenschaftliche Rosenzüchter und Bocciaspieler machte sich zudem mit Frankreichs Staatsoberhaupt Charles de Gaulle um die deutsch-französische Freundschaft verdient.

Copyright Rosmarie Elsner

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