Kalenderblatt Sonntag 20.1.19

Kalenderblatt Sonntag 20.1.2019

Zitat des Tages: „Intelligente Fehler zu machen ist eine große Kunst.“ Federico Fellini (1946-1993)

flag-usa20.1.1961: Amtsantritt: JFK for President

Im November 1960 wurde John F. Kennedy mit knapper Mehrheit zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Am 20. Januar 1961 leistete er auf den Stufen des Capitols in Washington seinen Amtseid. Mit seinen 43 Jahren war Kennedy der jüngste US-Präsident aller Zeiten. Seine charismatische Ausstrahlung machte ihn nicht nur in Amerika zum Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft.

Mehr Details:

Als der Demokrat John Fitzgerald Kennedy im Januar 1960 seine Kandidatur für das Präsidentenamt erklärte, begann ein unglaublicher Wahlkampf zwischen ihm und seinem republikanischen Kontrahenten Richard Nixon. Durch das Versprechen des „New Frontier“-Programms und sozialer Reformen gewann Kennedy die Präsidentschaftswahlen mit knappem Vorsprung. Bei einer Rekordwahlbeteiligung erhielt er 34.227.096 Stimmen; das waren zwar weniger als 50 Prozent, aber immerhin 0,1 Prozent mehr als für Rivale Nixon.

Mit J.F.K. zogen die aparte Ehefrau Jacqueline – von den Amerikanern liebevoll „Jackie“ genannt – als „First Lady“ und die beiden Kinder Caroline und John ins Weiße Haus ein. Die Amtszeit des Präsidenten war von einer Reihe existenzieller Krisen geprägt. So fielen in seine Ära die Invasion Kubas in der Schweinebucht (1961), die Errichtung der Berliner Mauer im selben Jahr, die beabsichtigte Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba und der zur „Unendlichen Geschichte“ mutierende Vietnamkrieg.

1964 wollte Kennedy erneut für das Amt des Präsidenten kandidieren. Auf seiner letzter Wahl-Tour durch Texas fiel er am 22. November 1963 in Dallas einem bis heute nicht geklärten Mordanschlag zum Opfer. Der Tod machte den erst 46-Jährigen zum Mythos; noch heute rangiert Kennedy in der Beliebtheitsskala der Amerikaner unmittelbar nach Abraham Lincoln, dessen Leben ebenfalls durch ein Attentat beendet wurde.

Auf den Tag genau 32 Jahre später wurde der amtierende US-Präsident Bill Clinton im Capitol vereidigt. Wie Kennedy übernahm der frühere Gouverneur von Arkansas die Regierungsgeschäfte, gekoppelt mit hohen Erwartungen der Öffentlichkeit. Natürlich wurden Vergleiche zwischen den beiden Staatsoberhäuptern angestellt. Einige Parallelen gibt es zwischen Kennedy und Clinton tatsächlich: in erster Linie natürlich Macht, Erfolg, politisches Geschick, jugendliche Ausstrahlung und Charisma. Beide hatten (bzw. haben) an ihrer Seite starke, kluge Frauen, die im rechten Augenblick die „contenance“ zu wahren verstanden (und möglicherweise auch ein wenig an den Fäden zogen, die die Welt bewegten). Und Fassung brauchten sowohl Jackie Kennedy als auch Hilary Clinton, denn eine gewisse sexuelle „Umtriebigkeit“ ihrer Gatten und Anziehungskraft auf das weibliche Geschlecht war beiden Präsidenten gemein. Wobei sich hier Kennedy eindeutig als der taktisch geschicktere „player“ erwies; seine diversen erotischen Affären hatten wenigstens kein „Nachspiel“ vor den Augen und Ohren der Weltöffentlichkeit.

Gedenktage:

1994: Am Strand des niederländischen Küstenortes Ijmuiden werden die ersten Beutel mit hochgiftigen Schädlingsbekämpfungsmitteln angeschwemmt, die der französische Frachter „Sherbo“ im Dezember 1993 vor der Normandie verloren hatte. Dieses Vorkommnis führt in Europa zu strengeren Auflagen für Gifttransporte.

1986: Frankreichs Staatsoberhaupt François Mitterrand und die britische Premierministerin Margaret Thatcher geben in der nordfranzösischen Stadt Lille den Bau eines Eisenbahntunnels unter dem Ärmelkanal bekannt. Die Bauarbeiten zu dem Tunnel werden bis 1994 dauern.

1955: Die nach Plänen des französisch-schweizerischen Architekten Le Corbusier in dreijähriger Bauzeit entstandene Kirche „Notre-Dame-du-Haut“ wird in Ronchamps im Elsass feierlich eingeweiht. Mit ihrer geschwungenen Form passt sie sich harmonisch in die Landschaft der Vogesen ein.

1936: Englands Thronfolger Eduard VIII. wird nach dem Tod seines Vaters, Georg V., König. Seine Ära währt ganze elf Monate; aus Liebe zu einer bürgerlichen Amerikanerin (Wallis Simpson) wird er im Dezember abdanken und den Thron seinem Bruder Albert überlassen.

1541: Die vom Reformator Johann Calvin entwickelte neue Kirchenordnung wird in Genf erlassen. Der Calvinismus setzt sich daraufhin in einem Großteil der Schweiz – mit der Stadt Genf als geistigem Zentrum – durch.

Geburtstage:

1967: Wigald Boning; deutscher Comedy-Star. Der Chaos-Komiker, der mit schrägen Sprüchen und schrillen Klamotten in der RTL-Show „Samstag Nacht“ populär wurde, singt mitunter auch: nämlich „Lieder, die die Welt nicht braucht“, gemeinsam mit seinem ehemaligen Comedy-Mitstreiter Olli Dietrich.

1946: Federico Fellini († 31.10.1993); italienischer Regisseur, der über seine Filme sagte: „Meine Arbeit ist nichts anderes als das Bekenntnis meiner Sehnsüchte und Wünsche. Sie ist der Spiegel meiner Seele.“ Zu seinen filmischen Meisterwerken gehören vor allem „La Strada“ (1954) und „La dolce vita“ (1959).

1907: Paula Wessely († 11.5.2000); österreichische Bühnen- und Filmschauspielerin . Die Ehefrau von Attila Hörbiger und Mutter von Christiane H. gab ihr Filmdebüt 1934 als „Fräulein Leopoldine“ im Willi-Forst-Film „Maskerade“. Im Dritten Reich galt die Künstlerin als Leitbild der „germanischen“, erdverbundenen Frau – quasi die „deutsche Antwort“ auf den Hollywood-Nimbus.

1907: Manfred Baron von Ardenne († 26.5.1997); deutscher Physiker, Elektrotechnik-Pionier und Krebsforscher. Rund 600 Patente und Erfindungen auf dem Gebiet der Rundfunk- und Fernsehtechnik, darunter das Rasterelektronen- und das Universalelektronen-Mikroskop, gehen auf das Konto des bekannten DDR-Wissenschaftlers.

1873: Johannes Vilhelm Jensen († 25.11.1950); dänischer Schriftsteller. Der Literatur-Nobelpreisträger von 1944 schrieb um die Jahrhundertwende den historisch-mythischen Roman „Des Königs Fall“, der von den dänischen Tageszeitungen zum besten heimischen Roman des 20. Jahrhunderts gekürt wurde. Beeindruckend ist auch sein Evolutionsepos „Die lange Reise“ (dt. 1932).

Copyright Rosmarie Elsner

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