Kalenderblatt Montag 14.1.19

Kalenderblatt Montag 14.1.2019

liebe-0393.gif von 123gif.deZitat des Tages: „Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht.“ Albert Schweitzer (1875-1965)

14.1.1926: „Schwarze Venus“ begeistert im Bananenröckchen

Die farbige Sängerin und Tänzerin Josephine Baker, die bereits im Oktober 1925 mit ihrem Auftritt in der „Revue Nègre“ das Pariser Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss, gastiert am 14. Januar 1926 erstmals im Nelson-Theater am Berliner Kurfürstendamm. Ähnlich wie schon in Paris reißt die 19-Jährige, die bei ihren Darbietungen kaum mehr als einen Lendenschurz aus Bananen trägt, das Publikum im Theatersaal am Kudamm zu Begeisterungsstürmen hin.

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Die 1906 in St. Louis/Missouri geborene Mulattin war zwar bereits am New Yorker Broadway ein Star, bis zu ihrem Auftritt in Paris war sie in Europa aber noch ein völliger „Nobody“. Das änderte sich schlagartig im Oktober 1925, als die „Statue aus Ebenholz“ ihr Debüt im Théâtre des Champs-Elysées gab. Sie macht heiße Rhythmen wie den „Jazz Hot“ und den Tanz Charleston in Europa populär und geizt auch nicht mit ihren weiblichen Reizen. Ihren makellosen schwarzen Körper verhüllt sie gerade mit dem Allernötigsten.

„Sie ist ein Idol aus dunklem Stahl und Bronze, Ironie und Gold“, schwärmte beispielsweise Jean Cocteau, der der Premiere der schwarzen Truppe in der französischen Hauptstadt beiwohnte. Von dort begann auch ihr Siegeszug durch Europa, der sie im Januar nach Berlin führte. Für die „Schwarze Venus“ mit dem berühmten Bananengürtel begann eine spektakuläre Karriere als Weltstar. Wo immer „La Baker“ auftritt, liegt ihr das männliche Publikum zu Füßen, aber auch die Frauen ahmen den attraktiven Revuestar nach, kleiden und frisieren sich wie die emanzipierte 19-Jährige, schenken ihren Kindern „Josephine-Baker-Puppen“. Ein paar Jahre lang singt und tanzt sich die „schwarze Perle“ durch Europa, nimmt Filmengagements an und spielt neben dem Schauspieler Jean Gabin die Hauptrolle in den Filmen „Zouzou“ und „Princesse Tam-Tam“.

Dass eine solch beispiellose „schwarze“ Karriere hierzulande nicht lange gut gehen kann, ist vorauszusehen. Adolf Hitler und den Nationalsozialisten („Wir brauchen keine Halbaffen in unserem Land“) ist die schwarze Schönheit bald ein Dorn in ihren arisch vernebelten Augen und Gehirnen. Der Revuestar lernt rasch auch in Europa die Auswirkungen der Rassendiskriminierung kennen. Bei ihren Auftritten in Wien (1928) werden Sondergottesdienste abgehalten – als „Buße für schwere Verstöße gegen die Moral“, in München erteilt man ihr im Februar 1929 sogar Bühnenverbot.

Nach ihrer Heirat mit dem jüdischen Makler Jean Lion spitzt sich die Situation zu. Josephine Baker ignoriert die zunehmenden Anfeindungen, auch dass man sie bei einem Aufenthalt im schweizerischen Kurort St. Moritz bittet, den Dienstboteneingang des Hotels zu benutzen. Während des Zweiten Weltkriegs engagiert sich die selbstbewusste Künstlerin politisch, arbeitet für die französische Widerstandsbewegung „Résistance“ und wird nach Kriegsende mit dem „Croix de Guerre“ ausgezeichnet.

Gedenktage:

1998: Ein jahrelanger Rechtsstreit vor dem Bundesverwaltungsgericht in Berlin um das Atomkraftwerk Mühlheim-Kärlich endet mit einem Sieg der Atomkraftgegner. Die bereits vor neun Jahren abgeschaltete Anlage darf nicht wieder in Betrieb genommen werden.

1965: Das Wuppertaler Landgericht verurteilt die Stadt Leverkusen zu 165.000 Mark Geldbuße: Während einer Feier des SPD-Ortsverbandes war ein Objekt des Künstlers Joseph Beuys – eine mit Mullbinden, Vaseline und Heftpflastern gefüllte Badewanne – versehentlich zum Kühlen von Bierflaschen „zweckentfremdet“ worden

1963: Die Bundesrepublik Deutschland bricht gemäß der „Hallstein-Doktrin“ ihre diplomatischen Beziehungen zu Kuba ab, nachdem der Inselstaat die DDR anerkannt und die Einrichtung einer Botschaft angekündigt hat.

1943: US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premier Winston Churchill arrangieren in der marokkanischen Stadt Casablanca ein geheimes Treffen. In der Konferenz kann sich Churchill mit seinem Plan behaupten, nach dem Afrikafeldzug zunächst in Sizilien und erst danach in Frankreich zu landen.

1887: Auf Betreiben von Reichskanzler Otto von Bismarck löst Kaiser Wilhelm den bestehenden Reichstag auf, nachdem zuvor eine Gesetzesvorlage zur Vergrößerung des Heeres im Parlament scheiterte. Erst nach Neuwahlen im Folgemonat setzt sich das neue Gesetz durch.

Geburtstage:

1946: Howard Carpendale; südafrikanischer Schlagersänger mit deutschem Wohnsitz. Eigentlich strebte der leidenschaftlicher Golfer zunächst eine Karriere als Profi-Kricketspieler an, doch es kam ganz anders: Stattdessen beschert der blonde Hüne dem deutschen Publikum sanfte Schlager wie „Das schöne Mädchen von Seite 1“ oder „Deine Spuren im Sand“.

1931: Caterina Valente; deutsch-italienische Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin, die in den 60er-Jahren mit zahlreichen beschwingten Schlagern die deutsche Hitparade dominierte (u.a. „Wo meine Sonne scheint“). Die vielseitige und mehrsprachige Künstlerin sang auch mit ihrem Bruder Silvio Francesco im Duett und legte so manche kesse Sohle aufs Parkett.

1941: Faye Dunaway; US-amerikanische Schauspielerin. Für ihre Darstellung im Gangsterfilm „Bonnie and Clyde“ und in Roman Polanskis „Chinatown“ wurde sie für einen Oscar nominiert; diese Ehre wurde ihr dann endlich 1976 für ihre Rolle in Sidney Lumets schwarzer Komödie „Network“ zuteil. Weitere Rollen in „Don Juan DeMarco“ (1994) und „Johanna von Orleans“ (1999).

1912: Rudolf Hagelstange († 5.8.1984); deutscher Schriftsteller. Neben Lyrik („Ballade vom verschütteten Leben“, 1952) verfasste er auch zahlreiche heitere Erzählungen, Essays und Reiseberichte. Bekannte Werke sind u.a. der 1959 erschienene Roman „Spielball der Götter“ und „Altherrensommer“ aus dem Jahr 1969.

1875: Albert Schweitzer († 4.9.1965); elsässischer Arzt, Philosoph, Theologe und Musiker. Für seine Bemühungen um humanitäre Belange wurde dem Elsässer, der in Lambarene in Gabun ein Tropenkrankenhaus eröffnete und dieses aus eigener Tasche finanzierte, 1952 der Friedensnobelpreis verliehen.

Copyright Rosmarie Elsner

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