Kalenderblatt Montag 26.11.18

Kalenderblatt Montag 26. November 2018

Zitat des Tages: „Wir glauben, Erfahrungen zu machen, aber die Erfahrungen machen uns.“ Eugène Ionesco (1909-1994)

menschen-0205.gif von 123gif.de Download & Grußkartenversand26.11.1832: Die weltweit erste Pferdetram geht auf Fahrt

Im New Yorker Stadtteil Manhattan nimmt heute die erste Straßenbahn der Welt, die „New York and Harlem Railway“, entlang der eleganten Flaniermeile Fifth Avenue ihren Betrieb auf. Die aus drei Waggons bestehende Bahn wird von zwei Pferden über verlegte Schienen gezogen. Mit dem neuartigen Verkehrsmittel, das in seinem Inneren über komfortable Polstersitzplätze verfügt, können insgesamt 30 Personen befördert werden.

Mehr Details:

Die „New York and Harlem Railway“ verfügt über drei Waggons; in jedem der Wagen finden 10 Personen bequem Platz. Für einen gewissen Komfort sorgen gepolsterte Sitzplätze, der Boden ist zum Schutz gegen die Kälte mit Teppichboden ausgelegt. Natürlich können sich nur gut betuchte Bürger eine Fahrt mit der Pferdetram leisten, die weniger gut situierten – und das ist die Mehrzahl – bewegen sich nach wie vor „per pedes“ vorwärts.

Während sich die New Yorker per Pferdestraßenbahn durch die Straßen schaukeln lassen, dauert es in Europa noch gut 20 Jahre, bis dieses Beispiel Schule machen wird. 1855 verkehrt auch in der Seinemetropole Paris die erste, von Pferden gezogene Straßenbahn. Dann aber ist der Fortschritt in Europa nicht mehr aufzuhalten. Bald schon hält die dampfbetriebene Straßenbahn nach dem Vorbild der Kabelbahn von San Francisco hierzulande Einzug. Doch auch diese Innovation hat ihre Tücken: So muss etwa die 1877 in Kassel kurzzeitig betriebene Dampfstraßenbahnlinie zur Wilhelmshöhe hinauf bald wieder eingestellt werden, weil der entweichende Rauch die Straßen verpestet und sich die Bewohner dadurch belästigt fühlen.

Bis die erste elektrisch betriebene Straßenbahn für den öffentlichen Personennahverkehr ihre Fahrt aufnimmt, wird jedoch noch einige Zeit vergehen. 1879 ist es schließlich soweit: Der deutsche Konstrukteur und Begründer der Elektrotechnik, Werner von Siemens, entwickelt die erste „Elektrische“ der Welt und präsentiert dieses Wunderwerk der Technik dem interessierten Fachpublikum anlässlich der Gewerbeausstellung in Berlin. Zwei Jahre später nimmt die von Siemens gebaute Straßenbahn, die ihren Strom durch die beiden Fahrschienen erhält, in Lichterfelde bei Berlin ihren Betrieb auf. Diesmal hinkt Amerika der Entwicklung hinterher: Erst drei Jahre nach der Inbetriebnahme in Berlin verkehrt auch in den USA (in Richmond/Virginia) die erste elektrische Trambahn.

Technische Weiterentwicklungen und Verbesserungen wie die Stromoberleitung oder der Bügelstromabnehmer kommen um das Jahr 1885 hinzu. Von da an dauert es nicht mehr lange, bis die technischen Neuentwicklungen auch den Untergrund erobern. Budapest ist die erste europäische Stadt, die zur Entlastung des kontinuierlich zunehmenden Verkehrs Schienen unter der Erde verlegt. Im November 1896 wird dort die erste U-Bahn eröffnet.

Gedenktage:

1988: Der Europäische Filmpreis, kurz „Felix“ genannt, wird heute zum ersten Mal in Berlin vergeben. Den Preis für die beste Regie nimmt Wim Wenders für seinen Film „Der Himmel über Berlin“ entgegen.

1983: Ein Bankraub in einer bis dahin unbekannten Dimension erregt die Gemüter in England. Aus einem Sicherheitsdepot unweit des Londoner Flughafens Heathrow rauben unbekannte maskierte Täter Goldbarren und Diamanten im Wert von umgerechnet über 100 Millionen Mark.

1961: In Wien feiert das satirische Bühnenstück „Herr Karl“ Premiere. In dem Ein-Personen-Stück, in dem ein eigenbrötlerischer, kleinbürgerlicher Spießer und Querulant sein Leben Revue passieren lässt, brilliert der schwergewichtige österreichische Kabarettist und Schauspieler Helmut Qualtinger, mit Carl Merz zugleich Autor des Bühnenstücks.

1937: Meinungsverschiedenheiten mit Hermann Göring, dem Beauftragten für den Vierjahresplan, führen heute zum Rücktritt Hjalmar Schachts von seinem Amt als Reichswirtschaftsminister. Der mächtige Bankier hatte sich als Generalbevollmächtigter der Kriegswirtschaft mit zwielichtigen Finanztransaktionen bei Adolf Hitler den Ruf eines „Zauberers“ erworben.

1812: Der Russlandfeldzug des französischen Imperators Napoleon, bei dem auch 180.000 deutsche Soldaten in die Schlacht zogen, endet in einem Desaster. Wegen des fehlenden Nachschubs und der ungewohnten Witterung ist der Feldherr heute gezwungen, den Rückzug anzutreten. Für Tausende von Soldaten bedeutet dies den Tod durch Erfrieren.

Geburtstage:

1938: Tina Turner, eigentlich Anna Mae Bullock; US-amerikanische Sängerin, die heute ihren 64. Geburtstag feiert – ein Alter, das man der farbigen Diva mit den makellosen Beinen nun wirklich nicht ansieht. 1958 startete sie ihre Karriere im Duo mit Ehemann Ike (Hits: „Proud Mary“, „Nutbush City Limits“). Nach der Trennung 1976 verschwand Ike in der Versenkung, während Tina zum Megastar avancierte.

1922: Charles M. (Monroe) Schulz († 12.2.2000); US-amerikanischer Zeichner und Cartoonist. Bekanntheitsgrad in aller Welt erlangten die seiner Feder entstammenden Comicfiguren, allen voran die „Peanuts“. Bei unzähligen Anhängern genießen Charlie Brown und seine liebenswerten Freunde, darunter Lucy, Beagle Snoopy oder Linus mit seiner geliebten Schmusedecke, längst Kultstatus.

1913: Gordon Alexander Craig († 30.10.2005); US-amerikanischer Historiker britischer Herkunft. Der Professor für Geisteswissenschaften an der Universität Stanford (und Honorarprofessor der FU Berlin) schrieb zahlreiche Werke über europäische, aber auch deutsche Geschichte. Dass Geschichtsschreibung keineswegs trocken und langweilig sein muss, bewies er in dem mehrfach preisgekrönten Werk „Deutsche Geschichte 1866-1945“.

1909: Eugène Ionesco († 28.3.1994); rumänisch-französischer Dramatiker und neben Samuel Beckett der bedeutendste Repräsentant des absurden Theaters. Von seinen zahlreichen Bühnenstücken, bei denen er demonstrativ seinen Protest gegen das konventionelle Theater zum Ausdruck brachte, wurden vor allem „Die Nashörner“ (1959) ein Welterfolg.

1885: Heinrich Brüning († 30.3.1979); deutscher Zentrumspolitiker. Als Finanzexperte versuchte der im März 1930 von Paul von Hindenburg zum Reichskanzler einer Minderheitsregierung ernannte Münsteraner mit Notverordnungen den Staatshaushalt zu sanieren; steigende Arbeitslosigkeit und der Massenansturm auf die Parteien KPD und NSDAP führten im Mai 1932 zu seinem Sturz.

Copyright: Rosemarie Elsner

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