Kalenderblatt Donnerstag 16.8.18

Kalenderblatt Donnerstag 16. August 2018

Zitat des Tages: „Wenn die Armut die Mutter der Verbrechen ist, so ist der Mangel an Geist ihr Vater.“ Jean de la Bruyère (1645-1696)

musik-instrumente-0235.gif von 123gif.de16.8.1977: Elvis Presley: Tod durch Tablettenmissbrauch

In Memphis im US-Bundesstaat Tennessee stirbt heute der „King of Rock’n’Roll“, Elvis Presley, im Alter von nur 42 Jahren an Herzversagen. Erst nach seinem überraschenden Tod wird bekannt, in welchem Ausmaß der zunehmend unter Fettsucht und Depressionen leidende Star Tabletten und Drogen konsumiert hatte. Das Idol einer ganzen Generation wird am 19. August auf dem Areal seiner Villa „Graceland“ beigesetzt.

Mehr Details:

Am 26. Juni 1977 hatte Elvis Presley, schon zu Lebzeiten eine Legende, in Indianapolis sein letztes Konzert gegeben. Wenngleich das „Denkmal“ seit geraumer Zeit bröckelte – den letzten Hit hatte er 1972 mit „Burning Love“ – strömten unzählige Fans zu seinen Auftritten, um den in weite Satinanzüge gewandeten „König des Rock’n’Roll“ live zu sehen und zu hören. Wie krank der 42-Jährige zu diesem Zeitpunkt bereits war, zeigte sich auf dem TV-Mitschnitt dieser Tournee, die unter dem Titel „Elvis in Concert“ nach seinem Tod im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Aufgedunsen und schwammig wirkte der Weltstar darin, ein Zustand, über den auch die maßgeschneiderten Glitzerklamotten mit den wilden Fransen nicht hinwegtäuschen konnten.

In seinem Todesjahr 1977 war Elvis Aaron Presley seit über zwei Jahrzehnten im Musikgeschäft, einer der weltweit bekanntesten und meist verdienenden Stars. Die Liste seiner Hits war nahezu unendlich, begann mit „Heartbreak Hotel“ im Jahr 1956, setzte sich mit Rock’n’Roll-Klassikern wie „Jailhouse Rock“ und „Tutti Frutti“ fort, in späteren Jahren kamen Softsongs wie „In The Ghetto“ oder „Suspicious Minds“ hinzu. Mit 149 Platten war das Musikidol in der US-Hitparade vertreten, insgesamt sollen es 1.141 Wochen gewesen sein, in denen der einstige Lastwagenfahrer mit dem unnachahmlichen Hüftschwung die Charts anführte. In Großbritannien lagen die Fans dem Sänger ebenso zu Füßen wie in Deutschland, wo Elvis von 1958-60 seinen Militärdienst ableistete und der damals 13-jährigen Priscilla Beaulieu, Tochter eines Vorgesetzten, begegnete, die er 1967 heiratete.

Das private Glück hatte Elvis 1977 schon seit geraumer Zeit verlassen: Die Ehe mit Priscilla war fünf Jahre zuvor in die Brüche gegangen, die gemeinsame Tochter Lisa Marie hatte sie bei ihrem Auszug mitgenommen. Schon lange tot war die wichtigste Frau im Leben von Elvis, seine Mutter. Alkohol und Depressionen sollen zu ihrem Tod geführt haben. Bei Elvis sind es Tabletten – Beruhigungs-, Schlaf-, Schmerz- und Aufputschmittel –, die ihn seine Einsamkeit vergessen lassen sollen und dabei Körper und Organismus restlos zerstören. Am 16. August wird das tote Idol in seiner Villa Graceland aufgefunden: vor der Toilette liegend, mit rotgeränderten Augen und aufgequollener Zunge.

 

Gedenktage:

1988: Ein Banküberfall im nordrhein-westfälischen Gladbeck wird zum Geiseldrama und makabren Medienspektakel: Die Täter nehmen zwei Bankangestellte als Geiseln, kapern einen Bus und erschießen einen 15-Jährigen. Bei der Verfolgungsjagd wird ein Beamter getötet. Zuletzt mit zwei Geiseln im Auto unterwegs, geben die Täter den an ihren Fersen klebenden Reportern Interviews; beim Polizeizugriff kommt eine der beiden Geiseln ums Leben.

1956: In Köln feiert der deutsche Spielfilm „Der Hauptmann von Köpenick“ von Regisseur Helmut Käutner Premiere. Heinz Rühmann brilliert in der Hauptrolle der Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks von Carl Zuckmayer, die zu einem Riesenerfolg des deutschen Nachkriegskinos wird.

1936: Mit einer grandiosen Schlussfeier an einem lauen Sommerabend endet im Stadion von Berlin die XI. Olympiade. Neben einer perfekten Organisation kann sich das Gastgeberland Deutschland der meisten Medaillen rühmen: nämlich 33 Mal Gold, 26 Mal Silber und 30 bronzene. Am Ende der Veranstaltung verkündet eine Stimme: „Ich rufe die Jugend nach Tokio.“

1924: In London einigen sich Deutschland und die Alliierten gemäß dem „Dawes-Plan“ auf eine neue Regelung der Reparationszahlungen aus dem Ersten Weltkrieg; der revidierte Zahlungsplan wurde von dem amerikanischen Finanzexperten Charles D. Dawes ausgearbeitet.

1744: König Friedrich II. von Preußen, genannt der Große, marschiert heute ohne Kriegserklärung in Böhmen ein. Dies ist der Auftakt zum Zweiten Schlesischen Krieg gegen Österreich, der 1745 mit dem Verzicht auf Schlesien durch Österreichs Kaiserin Maria Theresia endet.

 

Geburtstage:

1958: Madonna, eigentlich M. Louise Veronica Ciccone; US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin („Evita“). Ihren ersten Top-Ten-Hit hatte die ehrgeizige Künstlerin 1983 mit „Holiday“, gefolgt von „Like a Virgin“ – stellvertretend für über 40 Hits, die alle die internationalen Hitparaden stürmten. Die Queen of Pop war seit Dezember 2000 mit dem englischen Regisseur Guy Ritchie verheiratet und im Sommer 2000 zum zweiten Mal Mutter geworden. 2006 kam Adoptivsohn David aus Malawi hinzu. Inzwischen hat sich das berühmte Paar getrennt.

1954: James Cameron; kanadischer Filmregisseur, der sich rühmen kann, mit „Titanic“ den bislang teuersten Film der Kinogeschichte und einen der größten Kassenschlager geschaffen zu haben. Nicht ganz so teuer, aber dennoch erfolgreich waren frühere Regiearbeiten, u.a. die „Terminator“-Reihe, „Aliens – Die Rückkehr“ und „True Lies“.

1929: Helmut Rahn; deutscher Fußballspieler, der mit zwei Toren im Endspiel gegen Ungarn entscheidenden Anteil am Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 in Bern hatte. Der eigenwillige und schussgewaltige Stürmer und Dribbelkünstler gehörte neben Trainer Sepp Herberger und dem im Juni verstorbenen Mannschaftskapitän Fritz Walter zu den bekanntesten der „elf Helden“ von Bern.

1920: Charles Bukowski († 9.3.1994); US-amerikanischer Schriftsteller. Die einen halten ihn einfach nur für ordinär, für die anderen sind seine Werke ehrlich, provokant, realistisch und genial. Jedenfalls schrieb niemand so offen und schonungslos über die Welt und das Leben der Säufer, Dirnen, Kriminellen und Gewalttätigen. Romane: „Der Mann mit der Ledertasche“ (1971), „Nicht mit sechzig, Honey“ (1986).

1645: Jean de la Bruyère († 10./11.5.1696); französischer Schriftsteller, dessen 1688 veröffentlichtes Hauptwerk „Die Charactere oder die Sitten in diesem Zeitalter“ (darin beschrieb er die aristokratischen Sitten während der Epoche Ludwigs XIV.) einen Höhepunkt der Moralistik in Frankreich bildete.

Copyright Rosmarie Elsner

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