Kalenderblatt Freitag 13.7.18

Kalenderblatt Freitag 13. Juli 2018

Zitat des Tages: „Sicher bin ich, wie einige meinen, über Nacht berühmt geworden. Aber diese Nacht hat 15 Jahre gedauert.“ Harrison Ford (1942)

13.7.1985: „Live-Aid“: Mit Rock und Pop gegen Armut und Hunger
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Im Londoner Wembley-Stadion und zeitgleich im John-F.-Kennedy-Stadion von Philadelphia findet heute das vom irischen Musiker Bob Geldof zugunsten der Afrikahilfe veranstaltete „Live-Aid-Concert“ statt. Die bis dahin größte Show in der Geschichte der Popmusik wird von einem Millionenpublikum in 50 Ländern rund um den Globus 16 Stunden lang am Bildschirm verfolgt

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Vor 1984 gab es für eine lange Zeit eine stille Zensur von Berichten über Elend, da die Öffentlichkeit nicht mit Bildern von Hunger und Tod konfrontiert werden wollte. Das änderte sich 1984, als der kenianische Kameramann Mohammed Amin nach Äthiopien und in den Sudan reiste und die Lager filmte, wo unterernährte Menschen im Minutentakt starben. Auf das Betreiben einflussreicher Redakteure wurde das Material schließlich gesendet, zuerst von der BBC in Großbritannien, dann auch vom Sender NBC in den USA.

Bob Geldof, ein irischer Musiker, der Anfang der 80er-Jahre einige kleinere Erfolge mit seiner Band „Boomtown Rats“ („I Don’t Like Mondays“, 1979) feiern konnte und im Film „The Wall“ die Hauptrolle spielte, sah die BBC-Übertragung und trommelte Musikerkollegen zusammen, um die Single „Band Aid“ (u.a. mit dem Song „Do They Know It’s Christmas“) zu produzieren, deren Erlös den Hungernden zugute kommen sollte. Harry Belafonte, der in Amerika von Geldofs „Band-Aid“-Projekt hörte, dachte sich dabei: „Was die in England tun, das können wir auch.“ Resultat war die Single „We Are The World“. Inzwischen kristallisierte sich immer deutlicher heraus, dass diese Art musikalischer Wohltätigkeitsveranstaltung außerordentlich gut beim Publikum ankam, daher initiierte Bob Geldof ein einzigartiges Großereignis: „Live Aid – The Global Jukebox“. Das Benefizkonzert fand zur gleichen Zeit in England und den USA statt und wurde zum musikalischen Ereignis des Jahres. In London traten unter anderem Ex-Beatle Paul McCartney, David Bowie, Elton John und die Gruppe Queen auf, in Philadelphia hingegen Stones-Boss Mick Jagger, „Mr. Slowhand“ Eric Clapton und die Pop-Ikonen Tina Turner und Madonna. Die größte Leistung erbrachte an diesem Tag der Sänger Phil Collins, der zuerst in London spielte und danach an Bord einer Concorde in die USA flog, um beim dortigen Live-Aid-Konzert präsent zu sein.

Für sein Engagement wird Bob Geldof im darauf folgenden Jahr sogar als Anwärter für den Friedensnobelpreis gehandelt; diese Ehre wird ihm zwar nicht zuteil, dafür wird er für seine Verdienste für sein Land von der Queen in den Adelsstand erhoben.

Gedenktage:

1997: Das deutsche Kreuzfahrtschiff „Hanseatic“, das schon im Vorjahr vor Kanada im Eis stecken blieb und von einem russischen Eisbrecher evakuiert werden musste, läuft heute unter dem Kommando desselben Kapitäns bei Spitzbergen/Norwegen im Eismeer auf Grund: Der Luxusliner der Hapag-Lloyd kann diesmal freigeschleppt werden und die Reise fortsetzen, für den Kapitän ist es allerdings die letzte Fahrt.

1978: Das Landgericht in Hamburg weist die Klage gegen die Illustrierte „stern“ ab, mit der zehn Frauen – unter ihnen Top-Feministin und Journalistin Alice Schwarzer sowie Schauspielerin und „Mutter der Nation“ Inge Meysel – gegen das Blatt prozessieren wollten. Nach Meinung der Klägerinnen verletzt der „stern“ die Würde der Frauen, indem diese oftmals nur als bloßes Sexualobjekt gezeigt würden.

1965: US-Präsident Lyndon B. Johnson autorisiert die amerikanischen Truppen, in Vietnam offensiv vorzugehen. Mit der Genehmigung solcher Aktionen befinden sich die Vereinigten Staaten nunmehr offiziell im Kriegszustand mit Nord-Vietnam.

1930: Im südamerikanischen Staat Uruguay beginnt heute die erste Fußball-Weltmeisterschaft in der Geschichte dieses Sports. Erster Weltmeister wird Gastgeber Uruguay, der die Mannschaft aus dem Nachbarland Argentinien im Endspiel mit 4:2 besiegt.

1819: Mit welchen Gefahren in Preußen Leibesübungen und körperliche Ertüchtigungen verbunden sind, muss Turnvater Friedrich Ludwig Jahn heute am eigenen Leib verspüren. Unter der Anklage der demagogischen Umtriebigkeit und der Zugehörigkeit zu geheimen, hochverräterischen Verbindungen (Turnvereine und Burschenschaften!) wird er zu einer Festungshaft in Berlin-Spandau verurteilt.

Geburtstage:

1942: Harrison Ford; US-amerikanischer Schauspieler. Es war ein langer Weg, bis aus dem unbekannten Nebendarsteller in TV-Serien der erfolgsverwöhnte „Indiana Jones“ wurde. Nach Zwischenstationen als Tischler und Kulissenbauer gelang ihm 1977 der Durchbruch im Science-Fiction-Film „Krieg der Sterne“ unter Regisseur George Lucas. Privat ist der umschwärmte Leinwandheld seit 2003 mit Ally Mc Beal-Darstellerin Calista Flockhart liiert. Mit „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ feierte Ford 2008 ein Comeback auf der Kinoleinwand.

1938: Michael Verhoeven; deutscher Regisseur, der in die Fußstapfen seines berühmten Vaters Paul trat und aus der Film- und Fernsehszene nicht mehr wegzudenken ist. Der Durchbruch gelang ihm 1968 mit dem Kinofilm „Paarungen“. Mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Senta Berger, drehte er die Fernsehserie „Schnelle Gerdi“, in der die gebürtige Österreicherin als temperamentvolle Taxifahrerin zu sehen war.

1920: Hans Blumenberg († 28.3.1996); deutscher Philosoph, der sich vor allem mit historischen Untersuchungen einen Namen machte. In der Schrift „Die Genesis der Kopernikanischen Welt“ (1975) beleuchtete er die revolutionären Veränderungen des Weltbilds durch die Entdeckungen des Nikolaus Kopernikus.

1816: Gustav Freytag († 30.4.1895); deutscher Schriftsteller. Das bekannteste Werk und eines der meist gelesenen des 19. Jahrhunderts, das er der Nachwelt hinterließ, ist der dreibändige Roman „Soll und Haben“, in dessen Mittelpunkt das freie Bürgertum steht.

100 v. Chr.: Gaius Julius Caesar († 15.3.44 v.Chr.); römischer Staatsmann. Der charismatische Feldherr brachte es mit List, Tücke und Gewalt vom Konsul zum Diktator auf Lebenszeit (44 v. Chr.). Seine Macht nützte ihm jedoch nichts bei einer Verschwörung von Republikanern, der er wenig später zum Opfer fiel.

Copyright Rosmarie Elsner

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