Kalenderblatt Dienstag 12.6.18

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Zitat des Tages: „Diplomatie ist die Fähigkeit, auf eine so taktvolle Weise Nein zu sagen, dass alle glauben, man hätte Ja gesagt.“ Anthony Eden (1897-1977)

12.6.1930: Max Schmeling: Boxweltmeister mit Handicap

Ein Paradesieg ist es nicht gerade, den der deutsche Boxer Max Schmeling heute im New Yorker Yankee-Stadion über den amtierenden Weltmeister Jack Sharkey erringt, dennoch ist er der neue Champion im Schwergewicht. Den WM-Titel verdankt er einem „Tiefschlag“ seines Gegners in der 4. Runde: Der US-Titelträger Sharkey wird daraufhin disqualifiziert, der neue Weltmeister aber krümmt sich am Boden vor Schmerzen.

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Den von 80.000 Zuschauern mit Spannung erwarteten Titelkampf hatte sich der aus der Uckermark stammende Boxer Max Schmeling ganz anders vorgestellt. Schon in der 1. Runde greift der amerikanische Herausforderer unerwartet heftig an und drängt Schmeling in die Verteidigung. Auch die beiden nächsten Runden gehen klar an den amtierenden Weltmeister. Erst in der 4. Runde gelingt es dem Deutschen, aus der Defensive zu kommen und Sharkeys Schläge erfolgreich zu kontern. Kurz vor dem Gong, der das Ende der vierten Runde anzeigt, geschieht es: Schmeling geht durch einen unerlaubten Schlag seines Gegners unter die Gürtellinie zu Boden und krümmt sich vor Schmerzen.

Im Ring herrscht eine Mordsaufregung: Von den Pfiffen des Publikums begleitet, diskutieren Manager, Betreuer und Ringrichter kontrovers über diesen Schlag, während der Verursacher lässig in der Ecke lehnt und wartet. Ringrichter Crowley will im Gegensatz zum Punkterichter nichts von einem „Tiefschlag“ gesehen haben. Die Ringpause verstreicht, und noch immer zögert der Ringrichter, ob er den Kampf fortsetzen oder abbrechen wird. Erst als ein Reporter der Hearst-Presse durch die Ringseile klettert und damit droht, er werde diese Schiebung in seiner Zeitung groß rausbringen, gibt Crowley klein bei. Über Lautsprecher werden die Disqualifizierung Sharkeys und der neue Weltmeister bekannt gegeben: „The winner and the new champion is Max Schmeling.“

Der aber kann sich über diesen Sieg nicht freuen, vor allem da er unter den Buh-Rufen der Zuschauer in seine Kabine gebracht wird. Auch in der Heimat, beim Auftritt im Berliner Sportpalast, empfängt man den ersten nichtamerikanischen Weltmeister in der Geschichte des Boxsports mit Schmährufen. Der 24-jährige Boxer, von seinen Anhängern „Der schwarze Ulan vom Rhein“ genannt, spielt sogar eine Zeit lang mit dem Gedanken, den Titel zurückzugeben. Dabei hatte er bei den vorangegangenen Kämpfen bewiesen, dass er ein würdiger Aspirant auf den Weltmeisterthron ist.

Die ganz große Sensation steht aber noch bevor: Im Juni 1936 wird Schmeling in New York den „unbesiegbaren“ Kontrahenten Joe Louis durch K.o. besiegen.

Gedenktage:

1985: Spanien und Portugal machen mit ihrem Beitritt zur EG das Länder-Dutzend voll. Mit dem Neuzugang umfasst die Europäische Gemeinschaft nunmehr 320 Millionen Bürger in zwölf Nationen.

1964: Nelson Mandela, der schwarze Führer der südafrikanischen Befreiungsbewegung ANC (African National Congress), wird wegen der Organisation von Terroranschlägen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Erst 26 Jahre später wird Mandela aus der Gefangenschaft freikommen.

1955: Beim 24-Stunden-Rennen im französischen Le Mans kommt es zu einer der größten Katastrophen im Rennsport, als der Mercedes des Fahrers Pierre Levegh ausbricht und in eine Zuschauertribüne rast. Obwohl in dem flammenden Inferno 85 Menschen umkommen, wird das Rennen fortgesetzt.

1900: Deutschland rückt zur Seemacht auf. Der Deutsche Reichstag verabschiedet ein neues Flottengesetz: Danach steht dem Ausbau der deutschen Hochseeflotte auf die doppelte Größe (von zwei auf vier Geschwader) nichts mehr im Wege.

1815: Die Landsmannschaften der Universität Jena und andere studentische Verbindungen formieren sich zur Jenaischen Burschenschaft. Die Vereinigung wählt für ihr Wappen die Farben Schwarz-Rot-Gold.

Geburtstage:

1941: George Herbert Walker Bush; US-amerikanischer Politiker. Der 41. US-Präsident und Vater des derzeit (noch) amtierenden Staatsoberhauptes war auch im Ölgeschäft sehr erfolgreich. Die Amtszeit des Republikaners währte von 1989 bis 1993, danach wurde er vom Demokraten Bill Clinton abgelöst.

1929: Anne Frank († 12.3.1945); deutsch-jüdisches KZ-Opfer, das bei einer der letzten großen Vernichtungsaktionen des Nazi-Regimes im Konzentrationslager Bergen-Belsen zu Tode kam. Zuvor hatte sich das Mädchen mit seiner Familie jahrelang auf einem Dachboden in Amsterdam versteckt. Ihr erschütterndes Tagebuch aus dieser Zeit wurde zu einem der meist gelesenen Bücher in Deutschland.

1922: Günter Behnisch; deutscher Architekt. Sein Name ist eng mit den Olympischen Spielen (1972) in München verknüpft. Neben dem Bau des Olympiastadions und seinem überspannenden Zeltdach trägt der emeritierte Professur für Architektur die Verantwortung für den 1992 ausführten Entwurf für den neuen Bundestag in Bonn sowie das Buchheim-Museum in Bernried.

1897: Robert Anthony Eden († 14.1.1977); britischer Politiker, ab 1954 Sir, ab 1961 Earl of Avon. Insgesamt 14 Jahre lang war er erfolgreicher Außenminister, allerdings auch zwei Jahre ein erfolgloser Premierminister. 1957 musste er wegen der missglückten Intervention in der Suez-Krise zurücktreten.

1890: Egon Schiele († 31.10.1918); österreichischer Maler. Der Schüler des Jugendstilmeisters Gustav Klimt ging schon bald seinen eigenen Weg, der gesäumt war von Aktbildern (Aquarelle, Zeichnungen und Ölgemälde). Die Freizügigkeit seiner Bilder stieß bei den selbst ernannten Moralwächtern seiner Epoche freilich auf wenig Beifall.

Copyright Rosmarie Elsner

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