Kalenderblatt Samstag 14.4.2018

Kalenderblatt Samstag 14. April 2018

Zitat des Tages: „Die einen erkennt man an ihren Taten, die anderen an ihrem Getue.“ Martin Kessel (1901-1990)

schiffe-0068.gif von 123gif.de Download & Grußkartenversand14.4.1912: „Titanic“: Die letzten Stunden des Luxusliners

In der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 ereignet sich die Tragödie, die seither Historiker, Reeder, Schriftsteller, Schatzsucher und Filmproduzenten rund um den Erdball beschäftigt hat: Das Luxusschiff „Titanic“, erst am 2. April ausgeliefert, rammt auf seiner Jungfernfahrt, die es im englischen Southampton mit dem Ziel New York angetreten hat, einen Eisberg und versinkt binnen weniger Stunden im Atlantik.

Mehr Details:

Das mit 46.329 BRT (Bruttoregistertonnen) größte bisher gebaute Schiff, das 2.603 Passagieren Platz bietet und wegen seiner robusten Bauweise mit 15 wasserdichten Schotten als unsinkbar gilt, kollidiert kurz vor Mitternacht südlich der Großen Neufundlandbank mit einem Eisberg. Der Koloss reißt ein 90 m langes Loch in den Rumpf des 269 m langen und knapp 30 m breiten Passagierschiffs. Die eindringenden Wassermassen lassen das gigantische Luxusschiff in nur zwei Stunden – um 2.20 Uhr des 15. April – wie einen Stein in den Fluten des Nordatlantiks versinken.

Bei dem größten Unglück in der internationalen Schifffahrt finden 1.517 Menschen den Tod. (Das Schiff hatte bei der Jungfernfahrt insgesamt 1.308 Passagiere und 989 Besatzungsmitglieder an Bord.) Nur 703 Menschen können gerettet werden, weil die Anzahl der Rettungsboote für die Kapazität des Luxusliners viel zu niedrig angesetzt war. Die Überlebenden, überwiegend Frauen und Kinder, werden gegen 4.00 Uhr morgens vom Dampfer „Carpathia“ aufgenommen, der die SOS-Rufe des in Not geratenen Luxusdampfers aufgefangen hatte.

Laut Experten ist die Unglücksursache eindeutig auf menschliches Versagen zurückführen. Warum von den Verantwortlichen die Gefahr eines Eisbergs niemand ernst genommen hat, lässt sich vermutlich mit dem Vertrauen erklären, das Kapitän und Schiffsoffiziere in die Größe und in die moderne Technik des von der irischen Werft Harland & Wolff gebauten „Titanen“ hatten. Vermutlich hatte Kapitän Edward J. Smith, der sich ebenfalls unter den Todesopfern befindet, deshalb die kürzere und gefährlichere „Sommerroute“ gewählt, und diese auch noch mit Volldampf befahren, um sich noch kurz vor seiner Pensionierung das begehrte „Blaue Band“, die Trophäe für die schnellste Ozeanüberquerung, zu ergattern.

Da eine Passage nach Übersee auf der luxuriösen „Titanic“ eine „Kleinigkeit“ kostete, befanden sich unter den Reisenden etliche Millionäre, insgesamt 57 an der Zahl (darunter auch der New Yorker Unternehmer Benjamin Guggenheim). Mit ihnen versank ein sagenhaftes Vermögen – in den Tresoren sollen unter anderem Diamanten im Wert von umgerechnet über 500 Mio. Mark gelegen haben. Trotz unzähliger Bemühungen von Tauchern und verkappten Schatzsuchern in den vergangenen 93 Jahren schlummern sie noch immer irgendwo auf dem Meeresgrund.

Gedenktage:

1980: Volker Schlöndorffs Film „Die Blechtrommel“, der auf der gleichnamigen Romanvorlage des Schriftstellers Günter Grass basiert, wird als erster Film aus deutscher Produktion in Los Angeles mit einem Oscar gewürdigt.

1970: Die Explosion eines Sauerstofftanks im Versorgungsteil der US-Raumkapsel „Apollo 13“ in 330.000 km Entfernung von der Erde zwingt die drei an Bord befindlichen Astronauten zum Umstieg in die Mondlandefähre.

1929: Zum ersten Mal wird der „Große Preis von Monaco“ ausgetragen. Bei dem Automobilrennen durch die Straßen Monte Carlos belegt der deutsche Teilnehmer Rudolf Caracciola auf Mercedes den dritten Platz. Erster wird der Brite Grover-Williams auf Bugatti.

1900: Die erste Weltausstellung des 20. Jahrhunderts wird heute in Paris vom französischen Staatspräsidenten Emile Loubert eröffnet. Auf der riesigen Ausstellungsfläche auf dem Marsfeld, in deren Mitte der 1889 errichtete Eiffelturm prangt, werden bis zum 24. Oktober die technischen Fortschritte der Menschheit präsentiert.

1896: Die für heute geplante Schlussfeier der Ersten Olympischen Spiele in Athen muss wegen strömenden Regens auf den nächsten Tag verschoben werden. Dann aber werden bei strahlendem Sonnenschein in Anwesenheit des griechischen Kronprinzen Konstantin die Olympiasieger mit Medaillen, Diplomen und einem Ölzweig geehrt.

1865: John Wilkes Booth, Schauspieler und fanatischer Südstaatenanhänger, schießt bei einer Theaterveranstaltung am heutigen Karfreitag auf den amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln. Der 56-jährige Politiker, der in einer unbewachten Loge des Washingtoner Ford-Theaters saß, erliegt am nächsten Tag den schweren Schussverletzungen.

Geburtstage:

1941: Julie Christie; britische Schauspielerin, als Tochter eines Teeplantagenbesitzers in Indien aufgewachsen. Der Charakterdarstellerin gelangen Welterfolge in den Filmen „Dr. Schiwago“, „Fahrenheit 451“ und „Wenn die Gondeln Trauer tragen“. Ihre Rolle in „Darling“ (1965) wurde mit einem Oscar vergoldet.

1933: Montserrat Caballé; spanische Opernsängerin mit großer Stimme. Ihre Auftritte sind nicht nur ein künstlerisches Erlebnis, sondern begeistern auch wegen der spürbaren Herzlichkeit und Lebensfreude. 1987 sang sie gemeinsam mit Freddy Mercury (Queen) das Lied „Barcelona“, das anlässlich der Olympischen Spiele (1992) erneut in die Hitparaden kam.

1907: François Duvalier († 21.4.1971); haitianischer Politiker. 1957 wurde er zum Präsident des Inselstaates gewählt, 1964 ließ er sich zum Präsidenten auf Lebenszeit ernennen. Sein gefürchteter Spitzname „Papa Doc“ wurde zum Inbegriff von Gewalt und Terror, den er mit Hilfe des Voodoo-Kultes durchsetzte.

1901: Martin Kessel († 14.4.1990); deutscher Schriftsteller. Virtuos beherrschte er gleichermaßen die Stilformen des Essay und des Aphorismus („Gebändigte Kurven“, 1925; „Herrn Brechers Fiasko“, 1935). 1954 wurde der aus Plauen stammende Autor, der vorzugsweise über das Leben in der Großstadt schrieb, mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

1629: Christiaan Huygens († 8.7.1695); niederländischer Mathematiker, Physiker und Astronom. Zu den Leistungen des vielseitigen Wissenschaftlers gehören die Wellentheorie des Lichts (1690), die Entdeckung des ersten Saturnmondes (1656) und die Erfindung der Pendeluhr (1657), deren Konstruktion im 1673 erschienenen Werk „Horologium Oscillatorium“ detailliert beschrieben ist.

Copyright Rosmarie Elsner

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