Elisabeth Mann Borgese

Audiobuch, Elisabeth Mann BorgeseJanuar 2018 Audiobuch Verlag & Bayerischer Rundfunk
Gespräch zwischen Wolf Gaudlitz und Elisabeth Mann Borgese

Elisabeth Mann Borgese

Das Gespräch wurde im März 1999 zu Beginn des Kosovo-Krieges im Haus von Elisabeth Mann Borgese in Kanada aufgezeichnet. 2 CD, 157 Min., 19.95 €. ISBN 978-3-89964-084-7

bg_wa007.gif von 123gif.de

Beim Lauschangriff auf Thomas und Katia Manns Tochter Elisabeth Mann Borgese – im Alter von gut Achtzig Jahren – fand ich die kolossale geistige Frische dieser interessanten Frau erst mal am beeindruckendsten. Wobei ihr regelmäßiger, höchst vergnüglicher Whiskeygenuss das seinige dazugetan haben mag – ein tägliches Gläschen soll ja gesund sein. Je tiefer ich, Dank dieses Audiobuch-Verlg-Hörbuchs, in ihr Leben hineinschauen durfte, um so mehr wurde ich in meinem Gefühl bestärkt, was für einen Unterschied im Leben es macht, in die ‚gehobene Gesellschaft‘ hineingeboren zu werden. Als Tochter von Thomas Mann lernte man nun einmal automatisch Klavierspielen bei Koryphäen, oder Albert Einstein und andere Berühmtheiten ganz nebenbei kennen. Man muss die Chancen und Möglichkeiten, die einem in die Wiege gelegt werden, nur noch nutzen und umsetzen… Oder? 

Wenn Fleiß, Ehrgeiz, Leidenschaft und ein zutiefst gerechtigkeitsliebendes Grundverständnis nicht gleichzeitig vorhanden sind oder sich im Lauf des Lebens entwickeln, wie dies bei Thomas Manns Tochter Elisabeth eindeutig der Fall war, dann könnte sogar die tollste Starthilfe im Sand verlaufen… Elisabeth Mann Borgese hat ihre Chancen genutzt und in aller Bescheidenheit wirklich Großes aus ihrem Leben gemacht. Ich habe zwar nicht wirklich Neues über die Familie Mann erfahren. Aber all zu sehr aus dem Nähkästchen zu plaudern, hätte auch nicht wirklich dem Charakter dieser außergewöhnlichen Frau entsprochen. RS/PTM  

Thomas und Katia Manns Tochter Elisabeth (geboren am 24. April 2918 in München) hat ein bewegtes Leben geführt: 1918 geboren wuchs sie erst in München, später im schweizerischen Exil als Liebling ihres Vaters in der Familie auf. Mit 21 Jahren heiratete sie in Amerika den italienischen Historiker  Antonio Giuseppe Borgese. Nach dem Krieg arbeitete sie als Meeresforscherin und engagierte sich in der Friedensbewegung. Als einzige Frau war sie 1970 Gründungsmitglied des Club of Rome und war bis zu ihrem Tod (8. Februar 2002 in St. Moritz) für die UNO tätig. Auf ihre Initiative hin wurden auf der ganzen Welt Institute zur Erforschung der Meere eingerichtet.

Elisabeth Mann Borgese hatte seit 1980 eine Professur für Politische Wissenschaft und Internationales Seerecht an der Dalhousie University in Halifax, Kanada, inne. Im Gespräch mit dem Filmemacher und Autor Wolf Gaudlitz erzählte die „Tochter des Zauberers“ zum ersten Mal öffentlich von der Familie Mann, den Freunden und Bekannten im Exil (wie z.B. Albert Einstein) und ihrem Leben nach dem Krieg. Dazu gehörte auch die zufällige Begegnung mit dem amerikanischen Schriftsteller John Irving während eines Transatlantikflugs, die nach beider Erinnerung ausgesprochen komisch verlief und bei dem sie sich gegenseitig nicht erkannten. ElisabethMann Borgese, die aus Protest gegen den Vietnamkrieg ihre amerikanische Staatsbürgerschaft zurückgab, hat nie nachgelassen in ihrem Einsatz für den Schutz der Meere und den Weltfrieden.

Kommentare sind geschlossen.