Kalenderblatt Donnerstag 7.12.17

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weihnachten-0379.gif von 123gif.deZitat des Tages: „In den ersten Lebensjahren eines Kindes bringen ihm die Eltern Gehen und Sprechen bei, in den späteren verlangen sie dann, dass es stillsitzt und den Mund hält.“ Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862)

7.12.1835: Lokomotive „Adler“: Mit Volldampf von Nürnberg nach Fürth

Von der Lokomotive „Adler“ des englischen Konstrukteurs Robert Stephenson angetrieben, geht am Morgen des 7. Dezember 1835 im Nürnberger Vorort Gostenhof Deutschlands erste dampfbetriebene Eisenbahn auf der sechs km langen Strecke zwischen Nürnberg und Fürth auf Fahrt. Trotz der relativ niedrigen Geschwindigkeit von 40 km/h misstrauen viele Bürger dem „fauchenden Ungetüm“; sie geben den gemächlicheren Pferdebahnen den Vorzug.

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Zwar weckte die Jungfernfahrt der nach dem bayerischen König benannten „Ludwigsbahn“ das Interesse der Bewohner entlang der Strecke Nürnberg – Fürth. Ein solches Ereignis, begleitet von Böllerschüssen und Blasmusik, ließen sich die Franken natürlich nicht entgehen. Doch war den meisten mehr daran gelegen, das „Wunderwerk der Technik“ aus der sicheren Entfernung zu bestaunen. Besonders beeindruckt zeigten sich die Zuschauer vom englischen Lokomotivführer; jede seiner Handbewegungen verfolgten sie aufmerksam, wie er Kohle nachschaufelte und wie ihm schließlich das „schwarze Ungeheuer“ gehorchte und sich schwer schnaufend in Bewegung setzte.

200 wagemutige Passagiere gab es dennoch, die – auf neun „aneinander gekettete“ Wagen verteilt, an der ersten Fahrt teilnahmen. Plötzlich setzte sich die Maschine langsam in Bewegung, spie eine heftige Rauchwolke aus ihrem Schlot, wurde schneller und schneller und war im Nu den Augen der jubelnden Menge entschwunden. Das Zusehen erschien vielen Betrachtern weit interessanter als das Mitfahren. Ohnehin konnte im Jahr 1835 kaum jemand verstehen, was daran reizvoll sein sollte, dass dieses Gefährt doppelt so schnell wie die gute alte Postkutsche fuhr.

Das rasante Tempo, das der englische Lokführer William Wilson, dem der Nürnberger Heizer Johann Georg Hieronymus zur Hand ging, vorlegte, behagte den Bürgern überhaupt nicht. In nur neun Minuten bewältigte die 40 PS starke Dampfeisenbahn die 6.050 Meter lange Strecke, die sie an diesem Dezembertag noch zweimal zurücklegte. Einer der Mitreisenden beschrieb dieses einmalige Erlebnis wie folgt: „… ich kann versichern, dass die Bewegung durchaus angenehm, ja wohltuend ist. Wer zum Schwindel neigt, muss es freilich vermeiden, die vorüberfliegenden Gegenstände näher ins Auge zu fassen.“

Wegen des Misstrauens der Passagiere, aber auch um den Verschleiß der einzigen Lokomotive zu senken, drosselte die Eisenbahngesellschaft bald das Tempo. Statt der ursprünglichen neun Minuten benötigte die Eisenbahn für die Strecke dann 15 Minuten. Sehr zur Beruhigung der Ärzte, die um das körperliche Wohlergehen ihrer Patienten fürchteten. Die besorgten Mediziner äußerten den Verdacht, die hohe Geschwindigkeit könne zur Geisteskrankheit führen. Eine Befürchtung, die sich – wie man heute weiß – nicht bestätigt hat.

Gedenktage:

1993: Mit der ersten Sitzung eines aus weißen und schwarzen Mitgliedern zusammengesetzten Übergangs-Exekutivrates wird in Südafrika formell das Ende einer 350-jährigen Ära der weißen Alleinherrschaft eingeläutet. Drei Tage danach werden die südafrikanischen Politiker, Frederik Willem de Klerk und Nelson Mandela, für ihre Verdienste um die friedliche Beilegung des Apartheid-Konfliktes mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt.

1970: Mit einem „historischen Kniefall“ am Mahnmal des Warschauer Ghettos zu Ehren der Opfer der Nationalsozialisten setzt Bundeskanzler Willy Brandt ein weltweit beachtetes Zeichen. Diesem symbolischen Akt war die Unterzeichnung des Warschauer Vertrags durch den deutschen Außenminister Walter Scheel und den polnischen Ministerpräsidenten Cyrankiewicz vorangegangen.

1941: Ohne Vorwarnung greift die japanische Luftwaffe den US-Militärstützpunkt Pearl Harbor auf der Hawaii-Insel Oahu an. Dabei werden zahlreiche amerikanische Schlachtschiffe versenkt; 3.500 Menschen verlieren ihr Leben. Einen Tag nach dem Angriff unterzeichnet US-Präsident Franklin D. Roosevelt die Kriegserklärung der Vereinigten Staaten an Japan.

1924: Heute fällt die Entscheidung, dass die Leipziger Drahtseilfirma Adolf Bleichert & Co. den Zuschlag für die Arbeiten zur bayerischen Zugspitzbahn erhalten soll. Der mit 2.964 m höchste Berg Deutschlands soll künftig von Garmisch-Partenkirchen aus bequem per Seilbahn zu erreichen sein.

1742: Mit der Aufführung „Cäsar und Cleopatra“ wird in Berlin das Königliche Opernhaus „Unter den Linden“ eingeweiht. Preußenkönig Friedrich II. der Große hatte seinen Hofkapellmeister Carl Heinrich Grauns extra nach Italien ausgesandt, um dort erstklassige Sänger und Sängerinnen für die Premierenvorstellung zu engagieren.

Geburtstage:

1932: Ellen Burstyn, eigentlich Edna Rae Gillooly; US-amerikanische Filmschauspielerin und Schauspiellehrerin, die für ihre Darstellung in Peter Bogdanovichs „The Last Picture Show“ mit einem Oscar für die beste Nebenrolle ausgezeichnet wurde. Eine weitere Filmrolle, die ihr auf den Leib geschrieben schien, spielte sie in „Alice Doesn’t Live Here Anymore“ an der Seite von Kris Kristofferson.

1915: Eli Wallach; US-amerikanischer Schauspieler. Zwar gab er sein Filmdebüt in Elia Kazans „Baby Doll“, bekannt wurde er aber weitgehend mit Rollen des schlitzohrigen Westernhelden und Banditen. Eine Paraderolle spielte der Mann mit dem verschlagenen Blick u.a. im Kultwestern „Die glorreichen Sieben“ und einen besonders durchtriebenen mexikanischen Bösewicht im Italowestern „Zwei glorreiche Halunken“ (1966).

1889: Gabriel Honoré Marcel († 9.10.1973); französischer Philosoph und Dramatiker. Der Hauptvertreter der christlichen Existenzphilosophie, von ihm „Sokratik“ benannt, wurde mehrfach für seine Werke (u.a. „Sein und Haben“, 1935 und „Das Geheimnis des Seins“, 1952) ausgezeichnet, darunter 1964 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

1801: Johann Nepomuk Nestroy († 25.5.1862); österreichischer Dramatiker, Schauspieler und Possenschreiber. Nach Stationen als Opernsänger und Komiker landete der Künstler schließlich beim geschriebenen „Wort“, das er beflügelt von Humor, Phantasie, scharfem Verstand und einer gehörigen Portion Frechheit meisterhaft weiterverbreitete. Seine satirischen Possen werden auch heute noch geschätzt, u.a. „Lumpazivagabundus“ (1833), „Einen Jux will er sich machen“ (1842).

1761: Marie Tussaud, bekannt geworden als „Madame“ Tussaud († 16.4.1850); französische Wachsbildnerin, nach der das berühmte Wachsfigurenkabinett in London benannt ist. Ihre Laufbahn begann in ihrer elsässischen Heimatstadt Straßburg, wo sie vorzugsweise Revolutionshelden modellierte. 1802 übersiedelte sie mit ihren wächsernen Helden nach London, für die sie schließlich ein Kabinett schuf, das heute von zahllosen Touristen besucht wird.

Copyright Rosmarie Elsner

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