Kalenderblatt Samstag 12.8.17

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Zitat des Tages: „Junggesellen wissen, dass man einer Frau nicht zu lang den Hof machen darf, weil man ihn sonst kehren muss.“ Peter Weck (1930)

12.8.1908: Ein tolles Gespann: Henry Ford & Tin Lizzy

Mit dem heute am Markt eingeführten „Modell T“ begründet der US-Industrielle Henry Ford seinen Weltruf. Das robuste und preisgünstige Gefährt, im Volksmund wegen seiner aluminiumverkleideten Karosserie liebevoll „Tin Lizzy“ (Blechlieschen) genannt, dominiert von 1908 bis 1927 die Straßen Amerikas. In diesem Zeitraum wird die legendäre „Tin Lizzy“ rund 15 Millionen Mal verkauft.

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Der Werbeslogan „Ford, die tun was“ hätte eigentlich besser an den Anfang des 20. Jahrhunderts als an dessen Ende gepasst. Denn Henry Ford gehörte zu der vorbildlichen Sorte Unternehmer, die wirklich an alles und jeden dachte: Dies fing beim technischen Detail an, ging über Rationalisierungs- und Produktionsverbesserungsmaßnahmen, Materialauswahl und -verbrauch bis hin zum Werkstattdienst und schloss auch das soziale Wohl seiner Mitarbeiter mit ein. Selbst die damals nicht immer so idealen Straßenverhältnisse im Land, etwa die holprigen und von Pferdekarren ausgefahrenen Wege im Süden der Vereinigten Staaten, hatte der 45-Jährige in seine Planung zu einem funktionellen Allzweck-Automobil mit einbezogen. Luxuriösen Schnickschnack hingegen lehnte der Ingenieur, der bis zur Gründung der eigenen Ford Motor Company in seiner Heimatstadt Dearborn/Michigan (1903) bei der Elektrobeleuchtungsfirma Edison beschäftigt war, rigoros ab.

Der nicht nur auf Innovation, sondern auch auf Teamwork bedachte Ford beschäftigte ein ganzes Heer von fähigen Mitarbeitern, die seine Ideen exzellent in die Praxis umzusetzen wussten, aber auch eigene Verbesserungsvorschläge einbrachten. Das „Modell T“, das bis 1927 mit einem blechummantelten Holzgerippe gebaut wurde, verfügte über einen 24-PS-Motor, einen 2.892 cm³ großen Hubraum, zwei Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang und erwies sich bald als ein ausgesprochen zuverlässiges Qualitätsprodukt – und ein Verkaufsschlager ohnegleichen.

Darüber hinaus revolutionierte Ford die Automobilproduktion, indem er auch bei der Herstellung neue Wege beschritt: Ab 1913 wurde die „Tin Lizzy“ in Fließbandarbeit gefertigt: Etwa 650 Automobile liefen täglich vom Band – eine Maßnahme der Arbeitsteilung, die den Beginn der Serienproduktion markierte und sich auch auf den Verkaufspreis der Wagen erfreulich auswirkte. Als weitere kundenfreundliche Maßnahme führte Ford als erstes Unternehmen der Branche einen landesweiten Reparaturservice ein. Bei der Belegschaft hingegen zeigte er seine sozialpolitische Gesinnung und engagierte sich für höhere Löhne bei kürzeren Arbeitszeiten.

 

Gedenktage:

2000: Das Atom-Unterseeboot „Kursk“, Stolz der russischen Nation, versinkt mit 118 Mann Besatzung in der eisigen Barentssee. Zwei Tage zuvor war die „Kursk zu ihrem letzten Flottenmanöver ausgelaufen; erst fünf Monate später, Ende Oktober, können die Leichen geborgen werden. Über die Gründe, die zum Untergang des U-Boots geführt haben, gibt es nur Spekulationen, etwa die Kollision mit einem fremden U-Boot oder ein versehentlich abgefeuerter Torpedo.

1992: Das Bundeskabinett billigt die auf einem Entwurf von Minister Horst Seehofer basierende Gesetzesvorlage zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen. Die Gesundheitsreform soll dem Staat künftig jährliche Einsparungen von ca. 11,4 Mrd. Mark bringen.

1970: Im Moskauer Kreml setzen der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt und der sowjetische Ministerpräsident Alexej N. Kossygin sowie die Außenminister beider Länder ihre Unterschriften unter ein Abkommen, das einen Meilenstein im Bemühen um Entspannung bedeutet. Gegenstand des „Moskauer Vertrages“ ist der Gewaltverzicht und die Anerkennung bestehender Grenzen, insbesondere der polnischen Westgrenze entlang Oder und Neiße.

1955: In Zürich stirbt der deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann („Die Buddenbrooks“) im Alter von 80 Jahren. Nur einmal, 1949, war der aus Protest gegen das NS-Regime 1933 in die Schweiz und 1939 in die USA emigrierte Künstler nach Deutschland zurückgekehrt: um in Frankfurt und Weimar den ihm verliehenen Goethe-Preis entgegenzunehmen.

1916: Die deutsche Regierung unter Kanzler Bethmann Hollweg und der österreichisch-ungarische Außenminister beschließen die Gründung bzw. Wiedererrichtung eines polnischen Staates, der im November desselben Jahres proklamiert wird. Hintergedanke dabei ist, dass das kleine Land im Dreieck Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn als eine Art Puffer dienen soll.

 

Geburtstage:

1955: Heintje, eigentlich Hendrik Nikolaus Simons; niederländischer Schlagersänger. Keiner, der in den 1960er-Jahren aufgewachsen ist, wird je die herzzerreißenden Weisen („Mama“ und das Schlaflied „Heidschi Bumbeidschi“) vergessen können, mit dem sich der 12-jährige Wunderknabe in die Herzen des deutschen Publikums stahl. Mit dem Stimmbruch kam auch unweigerlich der Karriereknick.

1950: Iris Berben; deutsche Schauspielerin, die trotz ihrer 58 Lenze immer noch zu den erotischsten Frauen im Lande zählt. Die dunkelhaarige Schöne mit den vielen Facetten (u.a. ein Comedy-Talent, wie sie in „Sketchup“ bewies) ist nach wie vor gut im Geschäft: sowohl auf der Kinoleinwand wie auch im Fernsehen (Krimiserie „Rosa Roth“). Darüber hinaus ist sie eine rührige Geschäftsfrau, die in München mehrere Kneipen betreibt.

1943: Herta Däubler-Gmelin; deutsche Juristin und Politikerin. Die Rechtsanwältin, seit 1965 Mitglied der SPD und vormalige Vorsitzende des Rechtsausschusses, wurde 1998 als Bundesministerin der Justiz vereidigt. Wegen einer blamablen Aussage kurz vor den Bundestagswahlen, in der sie US-Präsident George Bush mit Adolf Hitler auf eine Ebene stellte, gab sie noch am Wahlabend den Rücktritt von ihrem Ministeramt bekannt.

1930: Peter Weck; österreichischer Bühnen- und Filmschauspieler, Regisseur und Theaterintendant. In seinen Anfangsjahren sah man den charmanten Wiener häufig auf Kinoleinwand und Fernsehschirm (u.a. in der Peter-Weck-Show und später in der TV-Serie „Ich heirate eine Familie“), danach lenkte er lieber die Geschicke auf der Bühne, z.B. im Theater an der Wien mit dem Musical „Cats“ (1983).

1887: Erwin Schrödinger († 4.1.1961); österreichischer Physiker. Der Begründer der Wellenmechanik untersuchte das Verhalten von Elektronen in Atomen und stellte die nach ihm benannte Schrödinger-Gleichung auf, ohne die die Quantenmechanik kaum erklärbar wäre. Für seine Forschungen wurde er 1933 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

Copyright Rosmarie Elsner

 

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