8.12.16-12.3.17 Time Codes

8.12.16-12.3.17 Sonderausstellung: Time Codes – Die Macht der Schönheit. Glyptothek München

Zwiegespräch zwischen Geschichte und Gesellschaft: Werner Kroener präsentiert in der Münchner Glyptothek ein Antikenfest

Das archaische Lächeln, ein Rippenbogen, ein vollendet geformter Fuß. Die Faszination der antiken Schönheiten, wie sie sich uns in der Münchner Glyptothek präsentieren, scheint ungebrochen. Und das, auch wenn viele Skulpturen nur als Fragmente erhalten sind. Mit seinem Antikenfest „TIME CODES. Die Macht der Schönheit“ geht es dem Münchner Maler Werner Kroener um ein Zwiegespräch von Geschichte und Gesellschaft. Die Ideen, Gestalten, Ereignisse, Mythen und Kunst der griechischen und römischen Antike werden mit den ästhetischen Mitteln virtueller Bildsprache in die Gegenwart gerückt. Und Kroener belässt es nicht bei seiner Rezeption. Er hat auch andere Künste eingeladen, es ihm gleichzutun, so den Tanz, die Musik, den Film und die Literatur.

Kroener präsentiert in der Glyptothek seine Malerei-Adaptionen von 29 Skulpturen antiker Bildhauer. Gezeigt werden sie als selbstleuchtende Bildflächen in gleicher Größe neben den Originalen. „TIME CODES. Die Macht der Schönheit“ ist der zweite Teil der Trilogie „TIME CODES“, die Kroener dem Thema „Bildsprachen“ gewidmet hat. Im ersten Teil, „TIME CODES. Die Macht der Bilder“ setzte sich der Künstler in einer großen Ausstellung im Koblenzer Mittelrhein Museum mit dem Verhältnis von Pressefotografie zu Malerei auseinander. Zwei Jahre lang interpretierte er in digitaler Malerei die Pressefotos einer großen deutschen Tageszeitung. Der für 2018 geplante dritte Teil „TIME CODES. Die Macht des Blicks“ ist dem Thema Porträt gewidmet.

Für seine Ausstellung in der Glyptothek wählte Kroener Skulpturen nach ihrer kunsthistorischen Prominenz und ihrer zentralen Aussage über das antike Denken aus. Mit seinem Werk will der Künstler dem Publikum die Faszination der Antike nahe bringen und geht zugleich der Frage  nach, was die „steinernen Figuren uns heute noch sagen“. Werner Kroeners farbige Spiegelungen so berühmter Plastiken wie der des Kuros von Tenea oder der Knidischen Aphrodite, aber auch anmutiger namenloser Jünglinge oder des „Schwänzchen haschenden Satyrs“ laden dazu ein, durch einen Wechsel der Perspektiven dem antiken Denken näherzukommen, so dem antiken Lächeln oder dem vollendet schönen Körper.

Mit diesen Themen setzen sich in dem drei Monate laufenden Ausstellungsprojekt auch die anderen Künste auseinander. So präsentiert der spanische Liedermacher Ricardo Volkert „Canciones de guerra y amor“ (Gesänge von Liebe und Krieg). Volkert wird mit seinem musikalischen Werk den Trojanischen Krieg durch die Beziehung zum spanischen Bürgerkrieg aktualisieren. Außerdem stehen Sprachpassagen durch 3000 Jahre Literatur mit dem Salon der Musen aus Weimar sowie Butohaufführungen von dem Münchner Tänzer Stefan Maria Marb auf dem Programm.

Werner Kroener, geboren in Koblenz, arbeitet als Maler und Hochschullehrer in München. Nach dem Studium der bildenden Kunst (bei Horst Antes und Reimer Jochims) an der Kunstakademie Karlsruhe und sowie Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte an den Universitäten Heidelberg und München erhält Kroener ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes für ein Zweitstudium der Kunsttheorie und Psychologie schöpferischer Prozesse. Kroener erhält 1988 eine Professur für Bildtheorie an der Hochschule München mit Schwerpunkt Kreativität und Gestaltungslehren. 1996 entwickelt er eine Hochschul-Didaktik der Naturästhetik. Eine Reihe von Ausstellungen (Villa Stuck in München) und Filmen (BR, SWR) dokumentieren die Ergebnisse. Kroeners Malerei zeigt Bilder von Extremsituationen der Geschichte, der Gestik und des menschlichen Gesichts. Sein Thema ist die Bildsprache in ihren verschiedenen aktuellen Formen. Das zentrale Interesse der künstlerischen Arbeit von Werner Kroener ist die mediale Reflexion moderner Bildmedien. Kennzeichnend für seine Werke ist der experimentelle Wechsel verschiedener Bildsprachen und Darstellungstechniken.

Zur Ausstellung erscheint ein experimenteller Media-Guide. Die Arbeiten werden mit einem Film und einem BILD&TEXT-Band dokumentiert. Die Ausstellung wird von einem Begleitprogramm gerahmt.

Pressekontakt: 
Dr. Astrid Fendt
, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek


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