29.4.-30.10.16 Bier in Bayern

oktoberfest-0009.gif von 123gif.demenschen-musik-0027.gif von 123gif.de29.04.-30.10.16 Bayerische Landesausstellung 2016

BIER in BAYERN

VeranstalterHaus der Bayerischen Geschichte, Gemeinde Aldersbach und Landkreis Passau in Zusammenarbeit mit der Brauerei Aldersbach
Eintrittskarten gibt es im Onlineshop des Hauses der Bayerischen Geschichte  und an weiteren Vorverkaufsstellen. Führungen für Gruppen: Anmeldung unter 0821 45057457


Motiv zur BLA 2016 Bier in Bayern

April 2016 Friedrich Pustet GmbH
Herausgegeben von Haus der Bayerischen Geschichte

BIER in BAYERN

360 S., 29,95 €, gebunden, durchgehend farbig bebildert. ISBN: 978-3-7917-2785-1

2016 jährt sich der Erlass des Reinheitsgebots zur Bierherstellung in Bayern zum 500. Mal. Die Wittelsbacher als Landesherren legten damals fest, dass nur aus Gerste, Hopfen und Wasser Bier gebraut werden darf.

Die Bayerische Landesausstellung im Kloster Aldersbach in Niederbayern widmet sich der Geschichte des – nicht nur bayerischen – „Nationalgetränks“. Der reich bebilderte Katalog aus dem renommierten Verlag Friedrich Pustet, präsentiert Bier- und Wirtshauskultur in großer Vielfalt. Er stellt Bierschätze, „Bierberühmtheiten“, Bierfeste und den weltweiten Siegeszug des bayerischen Biers anhand spannender Alltagsgegenstände, technischer Exponate und Modelle, kulturgeschichtlicher Objekte und einschlägiger Kunstwerke vor. Dabei wird bayerische Lebensart lebendig und bayerische Landesgeschichte geschrieben. Ein Bildband rund ums Bier!


Hier zwei kleine, feine Details rund ums Bier:

medizin-0058.gif von 123gif.de Download & GrußkartenversandEin Herz fürs Bier: Das kuriose „Münchner Bierherz“ 
Ein großes Herz kann tödlich sein: besonders, wenn zu viel Alkohol im Spiel ist. Ein „Münchner Bierherz“ zeigt die Bayerische Landesausstellung „Bier in Bayern“ im Kloster Aldersbach: Das plastinierte Organ ist fast doppelt so groß wie das durchschnittliche menschliche Herz und hat Medizingeschichte geschrieben. „Am schlimmsten wirkt der fortgesetzte übermäßige Biergenuss auf eines der edelsten und wichtigsten Organe“, warnte der Münchner Chefpathologe Otto von Bollinger schon 1893. Auffällig oft kam es im München des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu rätselhaften Herzvergrößerungen, die meist tödlich endeten.

Studien untersuchten das skurrile Phänomen: Was Fachleute als idiopathische Herzhypertrophie bezeichnen, ging als „Bierherz“ in die Medizingeschichte ein. Den Untersuchungen nach waren es nämlich vor allem gewohnheits- und unmäßige Biertrinker, deren Herzen auf mehr als das Doppelte der üblichen Faustgröße anwuchsen und schließlich aufhörten zu schlagen.

Täglich bis zu 15 Liter Bier
Die hohen Mengen an Flüssigkeit und Alkohol richteten vor allem bei jungen, wohlgenährten und körperlich hart arbeiteten Mannsbildern enorme gesundheitliche Schäden an. Zu den Befunden der Pathologen passte der Umstand, dass die Betroffenen vielfach im Brau- und Gastgewerbe arbeiteten. Bis zu 15 Liter Bier haben Brauer, Bierkutscher und Schankkellner den Obduktionsberichten zufolge täglich und regelmäßig getrunken. Zum enormen Bierkonsum haben sicherlich die großzügigen Rationen an Haustrunk beigetragen, mit denen Brauereien ihre Angestellten teilweise entlohnten.

Todesursache Bierherz
Die Münchener Pathologen entdeckten in den 1880er und 1890er Jahren bei jeder zehnten Autopsie einer männlichen Leiche ein „Bierherz“. In knapp 5% der Todesfälle wurde dieses damals sogar als die Haupttodesursache festgestellt. In der Berliner Charité waren übrigens kaum Todesfälle aufgrund alkoholbedingter Herzvergrößerung bekannt. Dafür herrschte im Norden Deutschlands, wo sich Hochprozentiges großer Beliebtheit erfreute, das „Delirium tremens“ als Alkoholkrankheit vor.

Trotz der mahnenden Worte von Professor von Bollinger und seinen Kollegen stieg der Bierkonsum in Bayern bis ins Jahr 1900 auf 245 Liter pro Kopf und Jahr an und erreichte damit die doppelte Menge des Durchschnitts in Deutschland. Heute konsumieren die Bayern Schätzungen zufolge durchschnittlich rund 145 Liter Bier im Jahr, während der Pro-Kopf-Verbrauch bundesweit bei knapp über 100 Litern liegt. „Bierherzen“ sind aufgrund des gestiegenen Gesundheitsbewusstseins kaum noch zu erwarten. Die Bayerischen Landesausstellung „Bier in Bayern“ zeigt in Aldersbach ab 29. April nicht nur die Kulturgeschichte des Getränks, das in Bayern zum Mythos wurde, sondern auch die Folgen hohen Bierkonsums.




Kein Schnee, kein Bier: Natureis sorgt für kühles Bier im Sommer

baer-0068.gif von 123gif.deEin warmer Winter und ein paar Schneeflocken im Januar – früher wäre die aktuelle Wetterlage eine Katastrophe gewesen für Wirtshäuser und Bierfreunde. Die Brauer hofften auf eisreiche Winter, damit das Bier auch im Sommer kühl blieb, denn sie mussten ihre Bierkeller mit Natureis temperieren. Bis zur Einführung der Kältemaschine durch Carl von Linde im Jahre 1876 war die Kühlung des Gerstensaftes eine schwierige und kräftezehrende Angelegenheit.

Natureishandel und Sommerbier
Das Eis diente jedoch nicht nur zur Kühlung, sondern war auch unerlässlich für die Her­stellung untergäriger Biere wie Pils, Lager oder Helles. Da für die Gärung Tempe­raturen von vier bis neun Grad Celsius benötigt werden, durften die Brauereien bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nur in den Wintermonaten Bier produzieren.

Erst die Ausweitung des Natureishandels machte es in Bayern möglich, dass das Verbot des Bierbrauens in der Sommerzeit 1865 aufgehoben wurde. Jetzt durfte ganzjährig gebraut werden. Bis dahin konnte Bier nur in der kalten Jahreszeit ohne Qualitäts­einschränkung hergestellt werden.

Eisernte und Eisgalgen
Damit das Bier bis zum Sommer genießbar blieb, wurde es in Bierkellern gelagert. Hatten die Bierkeller nicht von Natur aus, wie die überwiegend im fränkischen Raum befindlichen Felsenkeller, eine niedrige Temperatur, musste mit Natureis nachge­holfen werden. Die Brauer gewannen das Eis aus zugefrorenen Seen und Weihern der näheren Umgebung, aus denen sie Eisstücke von bis zu 20 cm Dicke und bis zu 1 qm² Größe heraussägten. Gab es kein geeignetes Gewässer, konnte das Eis an einem sogenannten „Eisgalgen“ produziert werden, also an einem Holzgerüst, an dem das herablaufende Wasser zu Eiszapfen gefror. In den unterirdischen Gewöl­bekellern hielt eine Eisfüllung üblicherweise vom Winter bis in die späten Sommer­monate, wobei das Eis nie vollständig schmolz.

Eine kräfteraubende Angelegenheit
Der für die Arbeiter äußerst kräfteraubend und gefährliche Eisabbau war ein Stoß­geschäft, das völlig von den Launen der Natur abhängig war. Frühestens nach etwa acht Tagen Frost konnte mit dem „Eisen“ auf den gefrorenen Seen und Flüssen begonnen werden. Wichtig war ein flaches Ufer, um das Eis gut bergen zu können. Jede Eisergruppe hatte einen bestimmten Eisplatz. Das in gleichmäßige Platten ausgesägte Eis wurde mit Zangen und Haken zum „Hafen“, also an das Ufer gezo­gen und dort zerkleinert. Mit dieser Arbeitsweise schafften die Arbeiter pro Tag circa 20 Fuhren in die Eiskeller. Bis diese vollständig gefüllt waren, brauchte es zwei Wo­chen. In Oettingen wurde noch bis 1957 geeist.

Mehr über die faszinierende Welt der Natureisgewinnung und der damit verbunde­nen Winterarbeit der Brauereien gibt es in der Bayerischen Landesausstellung 2016 „Bier in Bayern“ im Kloster Aldersbach ab 29. April 2016 zu sehen.


VeranstalterHaus der Bayerischen Geschichte, Gemeinde Aldersbach und Landkreis Passau in Zusammenarbeit mit der Brauerei Aldersbach
Eintrittspreise: Erwachsene 10,00 €, Ermäßigt (z. B. Senioren, Studenten, Gruppen ab 15 Personen) 8,00 €, Familienkarte 20,00 €. Kinder und Jugendliche von 6 – 18 Jahren 2 €, Schüler im Klassenverband 1,00 € (ohne Führung). Eintrittskarten für die Bayerische Landesausstellung „Bier in Bayern“ gibt es im Onlineshop des Hauses der Bayerischen Geschichte  und an weiteren Vorverkaufsstellen. Infos: Haus der Bayerischen Geschichte/Bier
Führungen für Gruppen: Führungsanmeldung unter 0821 45057457
Bis 15 Personen 60,00 € zzgl. Eintritt
Ab 15 Personen 4,00 € pro Person zzgl. erm. Eintritt
Kontakt: Haus der Bayerischen Geschichte

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